Die mumifizierte Leiche des "Ötzi"

APA/ROBERT PARIGGER

Ötzis innovative Nachfahren

Neue Forschungen zur Urgeschichte der Alpen-Bewohner
Gestaltung: Wolfgang Bauer

Er ist so etwas wie der Popstar der alpinen Archäologie: Ötzi, der vor mehr als 5000 Jahren in den Ötztaler Alpen ums Leben kam. Doch der Mann aus dem Eis ist keine Einzelerscheinung. Menschliche Spuren und Hinterlassenschaften im Hochgebirge sind zum Teil sogar viel älter, reichen bis in die Mittel- und sogar in die Altsteinzeit zurück, wie Werkzeuge, Waffen und andere (Gletscher-) Funde beweisen. Systematisch und in größerem Stil wurden inneralpine Regionen und Hochlagen hingegen erst in der Bronzezeit vor rund 3000 bis 4000 Jahren erschlossen bzw. besiedelt. Das zeigen archäologische Ausgrabungen etwa im Dachsteingebirge oder in der Silvretta.

Mit der Bronzezeit - so Experten - beginnt die Nutzbarmachung, ja Ausbeutung der Natur, zumindest auf alpinem Boden. Das gelingt zum Beispiel in Form einer immer effizienteren Almwirtschaft. Die Nutzung der abgelegenen Hochweiden steht nicht selten in Verbindung mit dem Abbau von Kupfererz oder Salz in tieferen Lagen (etwa in Hallstatt). Diese Güter wurden wiederum auf eine erstaunlich komplexe Art und Weise gewonnen und über ein Netz aus Handelswegen, die zum Teil über hoch gelegene Alpenpässe führten, über ganz Europa verteilt. Die frühen Alpenbewohner waren trotz extremer Bedingungen im Gebirge Vorreiter einer arbeitsteiligen Wirtschaft, waren bereits mit Phänomenen wie Transit, Migration und Klimawandel konfrontiert und schufen geheimnisvolle Felsbilder, die derzeit österreichweit systematisch erfasst werden.

Ein Salzburger Nachtstudio von Wolfgang Bauer über die frühzeitliche Besiedlung und Nutzung alpiner Regionen.

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