Mesochelifer ressli

GERNOT KUNZ

Kleine Achtbeiner mit Scherenhänden

Der Zoologe Christoph Hörweg über die Pseudoskorpione.
Teil 4: Die Unterscheidung der Arten.
Gestaltung: Renate Pliem

Sie sehen aus wie Skorpione im Miniaturformat, und doch unterscheiden sich die Pseudoskorpione gewaltig von ihren "Namensvettern": Die Tiere sind nur wenige Millimeter groß und haben auch keinen Schwanzanhang mit Giftstachel.

Pseudoskorpione sind eine Ordnung der Spinnentiere und haben - neben vier Beinpaaren - zwei große Scherenhände. In diese münden auch die Giftdrüsen - das ideale Werkzeug zum Beutefang. Pseudoskorpione besitzen aber auch Spinndrüsen, mit denen winzige Brut- oder Überwinterungsnester gewoben werden können.

Weltweit gibt es etwas 3.500 unterschiedliche Pseudoskorpion-Arten. Ein bevorzugter Lebensraum ist die Laubstreu, man findet sie auch in Moosen, unter Steinen und Baumrinden sowie sogar in Höhlen. Es gibt auch Pseudoskorpion-Arten, die an Totholz vorkommen. Doch wie kommen diese winzigen Spinnentiere von einem abgestorbenen Baum zum nächsten? Ganz einfach - sie nehmen sich "Transportwirte": An einem Fliegenbein festgeklammert oder unter einem Käferflügel versteckt können große Distanzen überwunden werden.

Im Naturhistorischen Museum Wien gibt es eine sehr bedeutende Pseudoskorpion-Sammlung. In den 1930er Jahren forschte der Entomologe Max Beier umfassend zu diesen Tieren und beschrieb auch etliche neue Arten. Die Sammlung zählt mittlerweile an die 7.000 Objekte, darunter ca. 800 Typen von erstbeschriebenen Arten. Heute betreut Christoph Hörweg die Sammlung. Er gehört zu den wenigen Wissenschaftern, die sich weltweit mit Pseudoskorpionen beschäftigen.

Service

GESPRÄCHSPARTNER:

Mag. Christoph Hörweg
Naturhistorisches Museum Wien

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