Zwei Menschen gehen auf der Straße in Tiraspol

AFP/ALEKSEY FILIPPOV

Transnistrien

Ein Land, das keiner anerkennt
Von Brigitte Voykowitsch

Transnistrien nennen die Bewohner/innen der Republik Moldau jene Region, die sich Anfang der 1990er Jahre abgespalten hat: Ein rund 200 Kilometer langer und 20 Kilometer breiter Streifen, der von Nordwesten nach Südosten verläuft und von weniger als 500.000 Menschen bewohnt wird. Transnistriens Unabhängigkeit wird allerdings von keinem Staat der Welt anerkannt, auch nicht von Russland, das bis heute Streitkräfte dort stationiert hat. Der Konflikt zwischen der Republik Moldau und der Region Transnistrien geht auf die 1980er Jahre zurück. In der Republik Moldau bildete sich eine moldauisch-rumänische Nationalbewegung heraus, die die Vorherrschaft des Russischen beenden wollte und auch eine Wiedervereinigung mit Rumänien nicht ausschloss. Transnistrien war aufgrund seiner eigenen regionalen Geschichte aber stärker russisch geprägt, der Konflikt mündete 1992 in mehrmonatige kriegerische Auseinandersetzungen. Unter Vermittlung Russlands wurde schließlich im Sommer 1992 ein Waffenstillstand geschlossen. Eine Lösung ist trotz diverser internationaler Vermittlungsbemühungen auch 27 Jahre später nicht in Sicht. Transnistrien zählt zu den sogenannten "eingefrorenen" Konflikten.

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