Daniela Dahn

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Daniela Dahn, Journalistin und Schrifstellerin

"Volkseigentum plus Demokratie. Das war das, was wir noch nie hatten, und was auszuprobieren wir nun wirklich neugierig waren" - Renata Schmidtkunz im Gespräch mit Daniela Dahn, Journalistin und Schriftstellerin

Geboren wurde Daniela Dahn 1949 in Ostberlin. Ihr Vater war der renommierte DDR-Wirtschaftsjournalist Karl-Heinz Gerstner, die Mutter die jüdische Kostümbildnerin und Malerin Sibylle Boden, die 1956 die DDR Frauenzeitschrift "Sybille" ins Leben rief.

Nach dem Studium der Journalistik in Leipzig arbeitete Daniela Dahn für das Fernsehen, verließ es 1981 aber, um freie Schriftstellerin zu werden. Neben zahlreichen Artikeln, Hörspielen und Filmen sind bisher zwölf Bücher von ihr erschienen. Acht davon befassen sich mit der deutschen Einheit und deren Folgen. Dahn bilanziert, dass von der Einigung Deutschlands nur einige wenige profitierten. Die meisten Bürger - egal, ob aus dem Westen oder Osten - bezahlen bis heute einen hohen Preis. Das Motto "Märkte schaffen ohne Waffen" kann vielleicht als Sinnbild einer geschaffenen Währungsunion gesehen werden, nicht aber als eines der materiellen oder mentalen Gleichstellung der Menschen der wiedervereinten Nation.

Obwohl Dahn seit 1972 Mitglied der SED-Partei war, zählte sie 1989 unter anderem neben Rainer Eppelmann zu den MitbegründerInnen der Bürgerbewegung "Demokratischer Aufbruch".

Im Gespräch mit Renata Schmidtkunz stellt Daniela Dahn die These ihres jüngst erschienenen Buches "Der Schnee von gestern ist die Sintflut von heute" vor. Laut Dahn ist 30 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer der Sozialismus nicht nur aus Europa, sondern aus der gesamten Welt verschwunden. Und mit ihm der Antifaschismus.

Service

Daniela Dahn, "Der Schnee von gestern ist die Sintflut von heute: Die Einheit - eine Abrechnung, Rowohlt Verlag, Hamburg 2019

Daniela Dahn, "Wir sind der Staat! Warum Volk sein nicht genügt", Rowohlt Verlag, Hamburg 2013

Daniela Dahn, "Wehe dem Sieger! Ohne Osten kein Westen", Rowohlt Verlag, Hamburg 2009

Daniela Dahn, "Wir bleiben hier oder Wem gehört der Osten", politisches Sachbuch, Reinbek 1994

Hinweis:
"Im Gespräch" geht wieder ins Kino. Und zwar mit Wolfgang Kohlhaase am 8. und 9. November aus Anlass "30 Jahre Mauerfall" zu Gast im Österreichischen Filmmuseum in Wien. Gezeigt werden die Filme "Berlin - Ecke Schönhauser" aus dem Jahr 1957 und "Solo Sunny" aus dem Jahr 1980. Für beide Filme schrieb Kohlhaase das Drehbuch. Es ist eine Kooperationsveranstaltung zwischen Ö1, dem Filmmuseum und der Filmakademie.
Karten sind beim Filmmuseum in Wien zu bestellen.

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