St. Petersburg, Moskauer Bahnhof am Abend

ORF/JOSEPH SCHIMMER

Orange Hochs, blaue Tiefs und ein grauer November

"Elf Nächte und ein Tag". Von Christoph Dolgan. Es liest Martin Brachvogel. Gestaltung: Ilse Amenitsch

"Genauso fühlte ich mich: Vor langer Zeit hatte mich jemand in ein Glas Wasser geworfen. Seitdem löste ich mich auf, Stück für Stück, ohne mir dessen wirklich bewusst zu sein". Der Selbstmord seines besten Freundes Theodor bringt das Leben des jungen Ich-Erzählers zum Stillstand. Elf Novembernächte lang streunt er durch die Straßen, sucht jene Plätze auf, wo sie gemeinsam Grenzen ausgetestet, überschritten und kühne Pläne geschmiedet haben. Etwa eine Zug-Reise nach St. Petersburg, von obsessivem Dostojewski-Lesen entfacht. Diese Fahrt zu verwirklichen, wird zum einzigen Lichtblick am Ende des Tunnels. Ist es doch an der Zeit, "das Fallen zu beenden und abzuspringen".

Christoph Dolgan erzählt in seinem Coming-of-Age-Roman von einer großen Freundschaft, macht den Verlust und das Gefühl, alleine nicht weitergehen zu können, berührend greifbar.

Christoph Dolgan wurde1979 in Graz geboren. Sein Germanistikstudium schloss er mit einer Arbeit über Leopold von Sacher-Masoch ab. 2011 erhielt er den Rotahorn-Förderpreis. Veröffentlichungen in den Literaturzeitschriften "manuskripte" und "schreibkraft". 2013 erschien sein Debütroman "Ballastexistenz", für den er mit dem "manuskripte"-Förderpreis und mit der Autorenprämie des BMUKK für ein gelungenes Debüt ausgezeichnet wurde. Dolgan lebt in Graz.

Service

Christoph Dolgan, "Elf Nächte und ein Tag", Droschl Verlag, 2019

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