Kinderhände halten zusammen

DPA/FREDRIK VON ERICHSEN

Gemeinsam, statt einsam

Ist die Idee der Solidarität noch zu retten?
Von Sabrina Adlbrecht

Solidarität war einmal ein starker Begriff und vor allem eng mit der Arbeiterschaft und ihrem Kampf um soziale Rechte verbunden. Seit den 1980er Jahren, so konstatiert u.a. der deutsche Soziologe Heinz Bude, scheint nicht nur das Wort "Solidarität" unmodern geworden zu sein, sondern auch das, wofür es steht: für sozialen Zusammenhalt und eine innere Verbundenheit mit anderen jenseits persönlicher Interessen. Hintergrund dafür sei das Verschwinden gesellschaftlicher Utopien und die Ausweitung des kapitalistischen Wirtschaftssystems in die Sphäre des Privaten. Je mehr Ichbezogenheit und je stärker die Grundüberzeugung, eine gute Gesellschaft sei eine Gesellschaft starker Einzelner, desto schwächer das Gefühl verantwortungsbewusster Gemeinsamkeit. Der Staat als soziale, solidarische Instanz, so Bude, gerate immer mehr in den Hintergrund. Dafür hätten sich unterschiedlichste Solidargemeinschaften gebildet - allerdings nur sporadisch und zeitlich begrenzt. Was Solidarität heute bedeutet, welche Rolle diese alte Idee bei der Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen spielt und wie die Chancen für eine Renaissance des "Wir-Gefühls" stehen, beschäftigt zunehmend die Forschung.

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