Gedenken zum Novemberpogrom 1938

APA/HANS PUNZ

Orte des Lebens und Gedenkens

Zur Geschichte der österreichischen Synagogen. Mit Shoshana Duizend-Jensen, Historikerin am Wiener Stadt- und Landesarchiv
Gestaltung: Ute Maurnböck

Synagogen waren und sind die religiösen, sozialen und kulturellen Zentren jüdischen Lebens. Sie dienen dem gemeinsamen Gebet, sind aber auch gleichzeitig Lern- und Versammlungsorte. Zum Unterschied von Bethäusern sind Synagogen zumeist freistehende Gebäude und bieten Platz für mehrere hundert Gläubige.

In Wien wurde die älteste Synagoge im Jahr 1204 erstmals erwähnt, 1826 wurde der noch bestehende Wiener Stadttempel feierlich eingeweiht, der größte Tempel mit über 2.000 Sitzplätzen war der Leopoldstädter Tempel. Im Lauf des 19. und frühen 20. Jahrhunderts wurden in nahezu jedem Bezirk Wiens prachtvoll ausgestattete Synagogen erbaut. Jedem Tempel waren auch zahlreiche Wohltätigkeitsvereine angeschlossen.

Während der Novemberpogrome in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurden - mit Ausnahme von ganz wenigen, die bereits durch das NS-Regime zweckentfremdet worden waren - alle Synagogen durch Brandlegung zerstört. Bis weit in die Nachkriegszeit aber waren die Orte der ehemaligen Synagogen mit weithin sichtbaren Trümmern und Ruinen übersät oder bildeten Lücken im dichtverbauten Gebiet. Heute stehen auf diesen Plätzen zumeist Wohnbauten. Gedenktafeln wurden erst 1988 und Lichtstelen erst 2018 angebracht.

Service

Kostenfreie Podcasts:
Betrifft: Geschichte - XML
Betrifft: Geschichte - iTunes

Sendereihe

Übersicht