Verena Mermer

ALEKSANDRA PAWLOFF

Verena Mermer und das Politische in der Literatur

"So fantastisch manche Dinge klingen, sie müssen wirklich glaubhaft sein."
Ein Porträt der Schriftstellerin Verena Mermer. Feature von Monika Kalcsics. Studiotechnik: Fridolin Stolz. Redaktion: Alfred Koch

Mit 14 Jahren zog Verena Mermer aus dem Dorf ihrer Kindheit weg. Vom südlichen Niederösterreich in die Welt. Sie studiert Germanistik, Romanistik und Indologie; arbeitet in der indischen Hauptstadt, Dehli, in der Hauptstadt des Aserbaidschan, Baku, und für mehrere Jahre im rumänischen Cluj-Napoca. Ihr Lebensmittelpunkt ist Wien. Das private Ich interessiert sie beim Schreiben nicht. Wo ist dabei der Gewinn für andere, fragt sie sich. "Auch wenn ich dabei oft genug an meine Grenzen stoße und es anstrengend ist, will ich Politik und Gesellschaft in die Literatur hineinbringen."

Für ihren zweiten Roman "Autobus Speranza" beobachtet sie Arbeitsmigrant/innen, die zwischen Wien und Rumänien mit dem Fernbus pendeln. Diese Arbeitsmigrant/innen sind in der Literatur noch nicht behandelt worden, sagt sie, obwohl das Phänomen als solches einen großen Teil der Bevölkerung betreffe. "Ich verstehe mich als diejenige, der die Aufgabe zugefallen ist, ihre Erzählungen zusammenzutragen, die einzelnen Fragmente in verfremdeter und neu zusammengesetzter Form zu überliefern."

Für ihre schriftstellerische Arbeit hat die 35-jährige Autorin zahlreiche Preise und Stipendien erhalten, darunter das START-Stipendium für Literatur (2014), zuletzt den Gustav-Regler-Förderpreis (2017). Wenn sie vom Schreiben nicht leben kann, sucht sie sich einen Nebenjob und beobachtet, wie sich die Menschen in ihrer Umgebung verhalten. Zurzeit arbeitet sie als Protokollantin im Nationalrat und in Untersuchungsausschüssen.

Für die "Tonspuren" hat sich Verena Mermer wieder in den Bus nach Rumänien gesetzt.

Service

Der Roman "Autobus Ultima Speranza" von Verena Mermer ist im Residenz Verlag erschienen.

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