Szene aus dem Theaterstück "Der Bürger als Edelmann"

APA/KEYSTONE/WALTER BIERI

Hofmannsthal bearbeitet Molière, Musik: R. Strauss

"Der Bürger als Edelmann". Von Molière in einer Fassung von Hugo von Hofmannsthal. Mit Hermann Thimig, Kari Baxevanos, Peter Rene Körner, Romuald Pekny, Eva Petrus, Hanns Ernst Jäger, Alfred Balthoff u.a. sowie als Solisten: Jean Madeira, Paul Lechner und Otto Wiener. Chor der Wiener Staatsoper. Mozarteum Orchester Salzburg. Dirigent: Ernst Märzendorfer. Musik: Richard Strauss. Bearbeitung: Hugo von Hofmannsthal, Hartmann Goertz und Wilhelm Semmelroth. Regie: Wilhelm Semmelroth (NWDR/ ORF-S/SDR/RB 1955)

Hugo von Hofmannsthals Bearbeitung von Molières 1670 uraufgeführter Ballettkomödie war Teil der ursprünglichen Fassung von "Ariadne auf Naxos", wird aber seit Jahrzehnten kaum mehr aufgeführt.

Entstanden ist die Hofmannsthal/Strauss-Fassung des Molière-Stücks als Dank für Max Reinhardt. Der Regisseur rettet 1911 als "Einspringer" die Uraufführung des "Rosenkavalier" in Dresden. Hofmannsthal und Strauss planen daraufhin eine Mini-Oper - kleinste Dimensionen, bescheidener Aufwand -, die Reinhardt in ein von Hofmannsthal zu findendes und zu bearbeitendes Molière-Stück einbauen könnte.

Als Stück wird "Le bourgeois gentilhomme"/ "Der Bürger als Edelmann" ausgewählt, am Ende steht "Ariadne auf Naxos" mit ihrem Antike-/Commedia dell'arte-Mix. Doch die erste Aufführung dieses Sprech-/Musiktheater-Zwitters 1912 in Stuttgart sprengt zeitlich alle Dimensionen, nicht einmal Max Reinhardt kann sie retten. Die Autoren reagieren rasch: "Der Bürger als Edelmann" wird von "Ariadne" abgekoppelt, diese mit einem separaten szenischen Vorspiel versehen. Aus der Molière-Bühnenmusik destilliert Richard Strauss eine brillante Orchestersuite. Von der Hugo-von-Hofmannsthal-Fassung des "Bürger als Edelmann" jedoch ward kaum mehr etwas gehört, geschweige denn in Kombination mit der Strauss-Musik. Wie vergnüglich beides sein kann, zeigt diese 1955 im Landesstudio Salzburg unter Mitwirkung eines Strauss-verliebten Dirigenten entstandene Hörspielfassung.

Mitwirkende:

Hermann Thimig (Herr Jourdain, ein Bürger)
Kari Baxevanos (Lucile, seine Tochter)
Peter Rene Körner (Cleonte, deren Verehrer)
Romuald Pekny (Dorante, ein Glücksritter)
Eva Petrus (Nicole, Dienerin bei Jourdain)
Hanns Ernst Jäger (Covielle, Lakai des Cleonte)
Alfred Balthoff (ein Philosoph)
Hermann Pfeiffer (Ein Fechtmeister)
Paul Bürks (Ein Tanzmeister)
Hans Medin (Ein Musiklehrer)
Herbert Hennies (Lakai des Fourdain)
Friedl Münzer (Dorimène, eine Witwe)
Solisten:
Jean Madeira/Mezzosopran
Paul Lechner/Sopran
Otto Wiener/Bass
Chor der Wiener Staatsoper/Männer
Orchester: Mozarteum Orchester Salzburg
Dirigent: Ernst Märzendorfer

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