Salman Rushdie im Gespräch mit Renata Schmidtkunz

ORF/JOSEPH SCHIMMER

Salman Rushdie, indisch-britischer Schriftsteller und Kämpfer für die Meinungsfreiheit

"Wenn irgendetwas von mir überlebt, dann sind es meine Bücher. Ich sehe mich als Autor, nicht als ikonisches Individuum." - Renata Schmidtkunz im Gespräch mit Salman Rushdie, indisch-britischer Schriftsteller und Meinungsfreiheitskämpfer

Er arbeitete im Theater, als Werbetexter oder als Journalist, bevor er sich mit seinen Büchern einen Namen machen konnte. Die Erstveröffentlichung seiner "Satanischen Verse" im Jahr 1988 sorgte weltweit für politische Auseinandersetzungen. In ihnen hinterfragt der kaschmir-indische, muslimische Schriftsteller die Glaubwürdigkeit des Propheten Mohammeds und die Fundamente des Islams. Der iranische Ajatollah Ruhollah Chomeini verurteilte Rushdie zum Tode und brach die diplomatischen Beziehungen mit England, das Rushdie unter Polizeischutz nahm, ab. Rushdies Übersetzer und Buchhändler wurden Opfer gezielter Terroranschläge und sein Buch wurde in vielen Staaten zensiert und verbrannt.

1990 erschien die für sein eigenes Leben stehende Parabel "Harun und das Meer der Geschichten", die Rushdie, der in Cambridge Geschichte studiert hatte, für seinen Sohn schrieb. Zwar wurde 1998 die Fatwa, also der über sein Leben entscheidende Rechtsakt, für ungültig erklärt, doch in endgültiger Sicherheit kann sich Rushdie bis heute nicht wissen.

2012 verfasste er seine Autobiografie "Joseph Anton" - der Titel erinnert an den Namen, den Rushdie im Untergrund verwendete. 1992 erhielt er den Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur und wurde 2007 trotz heftiger Proteste von der Queen zum Ritter geschlagen.

Im Gespräch mit Renata Schmidtkunz warnt der 1947 in Mumbai geborene Autor vor den Gefahren autoritärer Theokratien und erzählt, wie es sich nach Jahren in Verborgenheit anfühlt, wieder frei zu sein.

Service

Das Gespräch im englischen Original

Werke von Salman Rushdie

"Quichotte", Roman, Übersetzung von Sabine Herting, C. Bertelsmann, München 2019

"Golden House" (The Golden House, 2017), Roman, Übersetzung von Sabine Herting, C. Bertelsmann, München 2017

"Des Mauren letzter Seufzer" (The Moor’s Last Sigh, 1995), Kindler, München 1996; Rowohlt, Reinbek 2006, wieder 2017

"Joseph Anton" (Joseph Anton: A Memoir, 2012), Autobiographie, Übersetzung von Verena von Koskull, Bernhard Robben, Bertelsmann, München 2012

"Die satanischen Verse" (The Satanic Verses, 1988), Artikel-19-Verlag, o. O. 1989; Rowohlt, Reinbek 2006

"Grimus" (Grimus, 1975), Kindler, München 1998; Rowohlt, Reinbek 2001

"Harun und das Meer der Geschichten" (Haroun and the Sea of Stories, 1990), Kindler, München 1991; Rowohlt, Reinbek 2005

"Mitternachtskinder" (Midnight’s Children, 1981), Piper, München 1983; Rowohlt, Reinbek 2005

"Scham und Schande" (Shame, 1983), Piper, München 1985; Knaur, München 1996

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