Gandhi links mit Bose im Jahr 1938

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70 Jahre indische Republik und ihre Vorkämpfer

Viele Wege führen zur Freiheit. Subhas Chandra Bose oder die andere Geschichte von der indischen Unabhängigkeit.

Vor 70 Jahren, am 26. November 1949 wurde die Verfassung der neu geschaffenen Republik Indien verabschiedet - eine moderne Republik verkörpert seither die Unabhängigkeit des indischen Subkontinents. Die offizielle Geschichte der Unabhängigkeit Indiens ist vor allem mit einem Namen verbunden: Mahatma Gandhi. Doch während Gandhi sein Konzept eines gewaltfreien Widerstandes verfolgte, beschritt ein anderer indischer Politiker einen ganz und gar nicht gewaltfreien Weg. Sein Name: Subhas Chandra Bose, Bürgermeister von Kalkutta und Gandhis großer Gegenspieler im Nationalkongress.

Bose suchte Verbündete bei den Feinden Englands, bei Hitler und Mussolini. Während des Zweiten Weltkriegs gründete er in Berlin die Indische Legion und verkündete auch seine politischen Ideen von Deutschland aus: über den eigens eingerichteten Radiosender "Freies Indien".

Enttäuscht von Hitlers halbherziger Unterstützung suchte Bose, der übrigens ganz unstandesgemäß mit einer Österreicherin verheiratet war, bald nach neuen Verbündeten. Er übernahm in Japan die Führung der 50.000 Mann starken indischen Nationalarmee und kämpfte auf Seiten der Japaner gegen den englischen Feind. 1945 kam Subhas Chandra Bose, der Präsident der ersten provisorischen Regierung "Freies Indien", bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Seine Kritiker verurteilen ihn nach wie vor als Faschisten und Kollaborateur. In der Vorstellung seiner Verehrer lebt der "Netaji", der "verehrte Führer", jedoch als Heiliger und Märtyrer fort.

Gestaltung: Gerald Navara

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