Eiin Gruppenfoto der katholischen und orthodoxen Bischofskonferenz in Wien

APA/GEORG HOCHMUTH

Charismatische und freikirchliche Bewegungen im Rampenlicht

"Bewährte Pfade - neue Allianzen". Teil 2 einer Doppelausgabe von "Logos" zum Thema Ökumene als "Modellfall oder Auslaufmodell". - Gestaltung: Kerstin Tretina

"Awakening Austria" im Juni 2019 in der Wiener Stadthalle hat nicht nur wegen des Gebets für den damaligen Kanzler Aufsehen erregt: Auch für das Miteinander der christlichen Kirchen scheint diese Form des freikirchlich-charismatischen "Events" wegweisend zu sein. "Logos" geht daher in einer Doppelausgabe den Fragen nach: Hat die Ökumene in ihrer traditionellen Form ausgedient? Und: Welche neuen Allianzen haben Zukunft?

Die römisch-katholische Erzdiözese Wien sprach von einem Großevent der Ökumene (der Begriff bedeutet im eigentlichen Sinn "Gesamtheit der Christ/innen und christlichen Kirchen"). Veranstalter dieses mehrtägigen "Großevents" war die internationale, konfessionsübergreifende Initiative "Awakening Europe", der es bereits in den Jahren davor gelungen war, in mehreren Städten Europas Fußballstadien mit jungen, überzeugten Christinnen und Christen zu füllen.

"Awakening Europe"-Gründer ist der Australier Ben Fitzgerald, ein evangelikaler Prediger, der nach eigenen Angaben 2002 nach Drogengeschichten und Depressionen sein Erweckungserlebnis gehabt haben soll. Sein erklärtes Ziel: "frischen Wind in die Kirchen Österreichs zu bringen, die Einheit der Christen in den verschiedenen Konfessionen zu stärken und Leute zu ermutigen, ihren Glauben auch öffentlich zu leben". Seine Einladung in die Wiener Stadthalle haben nicht nur mehr als 10.000 Gläubige aus sogenannten Freikirchen und charismatischen Bewegungen angenommen, sondern auch der Wiener Erzbischof, Kardinal Christoph Schönborn. Seine Anwesenheit und auch jene von Vertreter/innen der evangelischen Kirchen Österreichs verlieh dem "Event" einen offiziell-christlichen Charakter.

Sieht so die christliche Kooperation der Zukunft aus? Wofür stehen diese immer stärker werdenden, freikirchlichen oder charismatischen Gruppen, die von manchen Beobachter/innen als "sektenartig" bezeichnet wurden? Was steht hinter der fröhlich-ekstatischen Fassade des Lobpreises? "Logos" hat bei den Gruppen selbst, bei katholischen und evangelischen Theolog/innen sowie bei Politikwissenschafter/innen nachgefragt.

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