Eiin Gruppenfoto der katholischen und orthodoxen Bischofskonferenz in Wien

APA/GEORG HOCHMUTH

Das Miteinander der christlichen Kirchen in Österreich

"Bewährte Pfade - neue Allianzen". Teil 1 einer Doppelausgabe von "Logos" zum Thema Ökumene als "Modellfall oder Auslaufmodell". - Gestaltung: Markus Veinfurter

"Awakening Austria" im Juni 2019 in der Wiener Stadthalle hat nicht nur wegen des Gebets für den damaligen Kanzler Aufsehen erregt: Auch für das Miteinander der christlichen Kirchen scheint diese Form des freikirchlich-charismatischen "Events" wegweisend zu sein. "Logos" geht daher in einer Doppelausgabe den Fragen nach: Hat die Ökumene in ihrer traditionellen Form ausgedient? Und: Welche neuen Allianzen haben Zukunft?

An sich gibt es in Österreich eine bewährte und vielfach hoch gelobte Form der Zusammenarbeit der verschiedenen Kirchen, Ökumene genannt. "Was nur in Österreich möglich war", so hätte 2008 die Festschrift "50 Jahre Ökumenischer Rat der Kirchen" heißen sollen, wenn es nach Peter Karner, damals Superintendent der evangelisch-reformierten Kirche, gegangen wäre.

Tatsächlich hat Österreich lange international als Vorbild gegolten. Doch in seiner traditionellen Form geht in der Ökumene nur noch wenig voran, hat jüngst Kardinal Christoph Schönborn kritisch angemerkt hat - als Vorsitzender der katholischen Bischofskonferenz immerhin der ranghöchste Vertreter der zahlenmäßig größten Kirche, der römisch-katholischen, in Österreich.

Der Anlass dafür scheint dabei die neue Stoßrichtung vorzugeben: Schönborn sprach als "Stargast" beim Event "Awakening Austria" in der Wiener Stadthalle. Die Initiative dazu geht auf den Australier Ben Fitzgerald zurück, ein ehemaliger Pastor der "Bethel Church" in Redding, Kalifornien - einer typisch US-amerikanischen "Mega Church", die sich als "non-denominational", also als über-konfessionell, versteht.

"Begegnung und Inspiration": So hieß die Festschrift zum Jubiläum des Ökumenischen Rates dann tatsächlich, und sie dokumentiert einen theologisch fundierten, geduldigen Dialog, der gar keine spektakulären Erfolge hervorbringen will. Einen wesentlichen Beitrag zum "Modellfall" Österreich hat der ORF mit der "Ökumenischen Morgenfeier" geleistet (viele Jahre lang jeden Sonntag auf Ö1):

Durch die gemeinsame Arbeit an einer gemeinsamen Radiosendung waren die Vertreter der getrennten christlichen Kirchen (und da und dort auch schon die eine oder andere Vertreterin) gleichsam "gezwungen", sich theologisch fundiert mit dem jeweiligen Gegenüber auseinanderzusetzen.

Sendereihe

Gestaltung

  • Markus Veinfurter