Esther Duflo und Abhijit Banerjee

Esther Duflo und Abhijit Banerjee - APA/AFP/MIT/BRYCE VICKMARK

Die Nobelpreise 2019: Wirtschaft

Der lange Kampf gegen die Armut.
Von Marlene Nowotny

Der Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften geht in diesem Jahr an drei ungewöhnlich junge Menschen: Abhijit Banerjee und Michael Kremer sind in ihren 50ern, Esther Duflo ist erst 46 Jahre alt. Jung ist auch das Forschungsgebiet der drei Ökonomen, die in den USA arbeiten: die Armutsforschung. Dabei verfolgen sie einen experimentellen Ansatz, der sicherstellen soll, dass globale Armutsbekämpfung auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basiert. Nur wer weiß, wie die Ärmsten der Armen leben, handeln und denken, kann Armut auch tatsächlich bekämpfen - so die Leitidee dieser Forschung.

In knapp zwei Jahrzehnten haben sie sich mit Fragen von Gesundheit, Bildung und Entwicklungszusammenarbeit auseinandergesetzt, etwa dem Einsatz von Mikrokrediten für Kleinbauern in Ländern des globalen Südens oder der Vorbeugung von der durch Mücken verbreiteten Malaria. Ähnlich wie in medizinischen Studien haben die drei Preisträger die Bevölkerung eines Dorfes in verschiedene Gruppen eingeteilt. Einer Gruppe wurden beispielsweise Moskitonetze geschenkt, eine Gruppe konnte sie günstiger erwerben, eine Gruppe musste den vollen Preis zahlen. Demgegenüber stand eine Kontrollgruppe. Ein Ansatz, der die Entwicklungsökonomik verändert und die globale Armutsbekämpfung wesentlich verbessert habe, heißt es dazu vom Nobelpreiskomitee.

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