Eine Frau zieht einen Vorhang zu, auf dem die Europa Flagge abgebildet ist

APA/DPA/BORIS ROESSLER

Die Friedensnobelpreisträgerin Europa rüstet auf

Kann die Antwort auf "America first" "Europe first" sein?
Gast: Doz. Dr. Thomas Roithner, Institut für Politikwissenschaft, Universität Wien.
Moderation: Andreas Obrecht.
Anrufe kostenlos aus ganz Österreich unter 0800 22 69 79
E-Mails an punkteins(at)orf.at

Bei dem zweitägigen NATO-Gipfel diese Woche in London anlässlich des 70-jährigen Bestehens des Militärbündnisses sind die neuen geo- und sicherheitspolitischen Bruchlinien und Konflikte in aller Deutlichkeit sichtbar geworden.

Während der US-amerikanische Präsident seit geraumer Zeit auf höhere Beiträge der europäischen Partner drängt, das NATO-Land Türkei in Syrien einmarschiert und die "Hirntod"-Aussage des französischen Präsidenten zusätzlich polarisiert, wird der Ruf nach einer schlagkräftigen europäischen Armee - womöglich unter dem atomaren Schutzschild Frankreichs - lauter.

Welche Rüstungspolitik wird die neue EU-Kommission verfolgen? Welche Bedeutung wird der strategischen Achse zwischen Deutschland und Frankreich zukommen? Wie soll sich ein uneiniges Europa zwischen den tendenziell isolationistischen USA und dem Giganten China behaupten? Und welche europäischen Militäreinsätze im Ausland sind vor dem Hintergrund der neuen geopolitischen Herausforderungen gerechtfertigt?

Auf der Suche nach gemeinsamen Antworten auf die vielen ungelösten sicherheitspolitischen Fragen wird deutlich, dass Europa militärische und rüstungsindustrielle Kapazitäten zur Durchsetzung von politischen Interessen aufbaut, ohne dass es in zentralen Bereichen Übereinstimmung gäbe - etwa bei der Migration, der Konfliktbearbeitung in Syrien, den Atomwaffen, Chinas Seidenstraßenstrategie, der Anerkennung von Palästina oder Kosovo, bei der Erweiterung der EU, dem Verhältnis zu Russland etc.

Aber gibt es überhaupt realistische Alternativen zu einer militärischen Stärkung Europas?

In seinem neuesten Buch "Verglühtes Europa" analysiert der Politikwissenschaftler und Friedensforscher Thomas Roithner die aktuellen Umbrüche und strategischen Szenarien, und macht sich Gedanken über eine starke, aktive europäische Außenpolitik - ohne militärische Aufrüstung. Thomas Roithner ist zu Gast bei Andreas Obrecht.

Wie immer freut sich die Punkt eins Redaktion über Teilnahme an der Diskussion, unter punkteins(at)orf.at oder unter 0800 22 69 79 während der Sendung.

Service

Buch:
Thomas Roithner: Verglühtes Europa?: Alternativen zur Militär- und Rüstungsunion - Vorschläge aktiver Friedenspolitik. Morawa Lesezirkel 2019

Sendereihe

Playlist

Komponist/Komponistin: Bob Dylan
Titel: Cold Irons Bound (davon 17 Sekunden unterlegt)
Ausführende: Jewels and Binoculars (Michael Moore, Lindsey Horner, Michael Vat)
Länge: 02:38 min

Komponist/Komponistin: Bob Dylan
Titel: Father of Night (davon 3 Sekunden unterlegt)
Ausführende: Jewels and Binoculars (Michael Moore, Lindsey Horner, Michael Vat)
Länge: 02:15 min

Komponist/Komponistin: Bob Dylan
Titel: Jack-A-Roe (davon 1:12 Minuten unterlegt)
Ausführende: Jewels and Binoculars (Michael Moore, Lindsey Horner, Michael Vat)
Länge: 03:29 min

weiteren Inhalt einblenden