Ein Fiaker in der Wiener Innenstadt.

APA/HELMUT FOHRINGER

Weltkulturerbe oder Tierquälerei?

Die Fiaker-Debatte.
Von Hanna Ronzheimer

Zum Wiener Stadtbild gehören Fiaker - die zweispännigen, nummerierten Lohnkutschen - schon seit dem 17. Jahrhundert. Zu ihren Glanzzeiten Ende des 19. Jahrhunderts fuhren rund 1.000 Fiaker durch Wien, heute werden nicht mehr als 160 Konzessionen ausgestellt. Arbeit für 320 Pferde. Eine Arbeit, die für die Tiere unerträglich sei und die - wegen Tierquälerei - längst verboten werden sollte, meinen Tierschützer/innen. Da geht es nicht nur um Temperaturen jenseits der 30 Grad, denen die Pferde in den Rekordsommern der vergangenen Jahre ausgesetzt waren.

Es geht auch um Bewegungseinschränkung, Gelenkprobleme durch das Gehen auf Asphalt, um Lärm und Straßenverkehr, der viele Tiere derart panisch macht, dass ihre Besitzer ihnen Beruhigungsmittel verabreichen. Auf der anderen Seite stehen die Verfechter einer kulturellen Tradition, die sich touristisch lukrativ vermarkten lässt. Während Barcelona und Montreal Pferdekutschen verboten haben, fordern Freunde der Fiaker in Wien einen Eintrag ins Immaterielle Kulturerbe der UNESCO. Ein Lokalaugenschein bei Kutschern, Tierärzten und Traditionalisten.

Literaturhinweis:
Der Klang der Großstadt - Wien 1850-1914
Böhlau Verlag, erscheint Herbst 2018

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