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Schön und furchtbar

Ein Streifzug durch Italiens ambivalente Kulturgeschichte.
Von Nikolaus Halmer

Der in Fribourg lehrende Historiker Volker Reinhardt hat in der umfangreichen Studie "Die Macht der Schönheit" ein Porträt verschiedener Strömungen der "Italianità" gezeichnet, von denen eine typische Auswahl vorgestellt werden soll. Darin verweist er auf die Ambivalenz der italienischen Kulturgeschichte. Sie zeichne sich durch eine Dialektik aus, die zwischen Schönheit und Furchtbarem oszilliert. Beispiele dafür sind die "Göttliche Komödie" von Dante Alighieri, die Werke der Philosophen Leon Battista Alberti und Niccolò Machiavelli, des Komponisten Carlo Gesualdo und des Schriftstellers Giacomo Leopardi.

Im 20. Jahrhundert spielte der schillernde Begriff "Italianità" eine zentrale Rolle in der Kunst des Futurismus und der Politik des Faschismus. Hier wurde emphatisch die nationale Identität Italiens beschworen, auf die sich heute noch Politiker wie Silvio Berlusconi und Matteo Salvini berufen. Der Begriff "Italianità" wird somit zu einer reaktionären Kampfparole, die dessen kulturellen Reichtum übertüncht.

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LITERATUR:

Volker Reinhardt: Die Macht der Schönheit. Kulturgeschichte Italiens, C.H. Beck Verlag

Niccolò Machiavelli: Der Fürst, herausgegeben und kommentiert von Enno Rudolph, Philosophische Bibliothek 706, Meiner Verlag

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