Nachthimmel mit Mond und Sternen

AFP/MARTIN BERNETTI

Sonnenstand und Sternenlauf

Die Altphilologin Doris Vickers über die Himmelsbeobachtung in alten Kulturen.
Teil 5: Die Wintersonnenwende und der Stern von Bethlehem
Gestaltung: Thomas Thaler

Schon in den frühesten künstlerischen Äußerungen der Menschheit gibt es Bezüge zu Sonne, Mond und Sternen. Bevor die Schriftlichkeit einsetzt, ist es aber oft schwierig, diese Bezüge richtig einzuschätzen. Als erkannt wurde, dass auch alte Bauwerke nach astronomischen Gegebenheiten ausgerichtet sind, wurden daher vielfach gewagte Spekulationen aufgestellt.
Sobald schriftliche Zeugnisse auftauchen, verstehen wir besser, wie die jeweiligen Kulturen die Vorkommnisse am Himmel interpretiert haben. Die ältesten astronomischen Quellen sind mythologische Erzählungen, doch schon sehr früh setzt in Mesopotamien eine quasi-wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Himmel ein. Die täglichen Beobachtungsprotokolle, die von hochspezialisierten Tempelpriestern erstellt wurden, liegen für sieben Jahrhunderte vor. Der große Aufwand, der hier getrieben wurde, diente der Vorhersage der Zukunft von König und Land, um im Notfall die Götter rechtzeitig gnädig zu stimmen.
Die Erkenntnisse und Werkzeuge dieser Epoche sind tief in unsere Kultur eingeschrieben. Die Sternbilder, die wir heute verwenden, entstammen jedoch dem mythologischen "Bilderbuch" der alten Griechen. Und unser heutiger Sonnenkalender ist das Ergebnis einer römisch-ägyptischen Kooperation, die Julius Cäsar in die Wege geleitet hat.

Service

GESPRÄCHSPARTNERIN:

Doris Vickers
Altphilologin und freie Archäoastronomin
Wien

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