Topsy Küppers

ORF/FLORIAN WAITZBAUER

Topsy Küppers erinnert sich an Verstorbene

"Immer, wenn man dankbar an Tote denkt - lächeln diese im Paradies!" Mit einem dankbaren Blick zurück, erinnert sich die Schauspielerin und Autorin Topsy Küppers an verstorbene Weggefährtinnen und Freunde. - Gestaltung: Alexandra Mantler

Ein kleiner Elefant steht auf meinem Schreibtisch. Er passt genau in meine Handmuschel und ist aus einem undefinierbaren Stein. Ich weiß nicht, ob es Ihnen auch so geht, aber immer, wenn ich ein Geschenk in die Hand nehme, und ist es auch noch so klein, denke ich an den Geber oder die Geberin. Man sollte statt Wein, Parfum oder irgendeinen Schmonzes den Menschen, die man gerne hat, etwas "Handfestes" schenken.

In diesem Jahr hat uns Rosemarie Isopp verlassen. Professor Rosemarie Isopp war eine der bekanntesten und beliebtesten Moderatorinnen des ORF. Wir waren Freundinnen und unsere Gespräche unterschieden sich gewaltig vom üblichen Tratsch. Romy - die Weltreisende - brachte mir einmal den kleinen Elefanten aus Tibet mit. Ich freute mich, und damit waren wir bei dem Thema "Weltreligionen". Es gab kaum ein Land, das sie nicht bereist hatte. Ob Kirchen in Russland, Tempel in Asien, Moscheen in Nah- oder Fernost, Romy fotografierte und berichtete darüber in zahllosen Vorträgen. Mich faszinierte, dass sie nicht nur die Länder, sondern auch die Menschen so treffend darstellte.

Ganz listig stelle ich ihr die Gretchenfrage: "Nun sag', wie hast Du's mit der Religion?" Und sie erzählte mir: "In Tibet stieg ich zu einem Tempel hinauf. Der Weg war steil und steinig. Natürlich hatte ich nur meine bequemen Sandalen an, ohne Strümpfe. Ich stolperte, verletzte mich und blutete stark. Vor dem Tempel saß ein Mönch. Er sah auf, als ich vor ihm stehen blieb. Ich zeigte auf meinen blutigen Fuß, nahm meine Papiertaschentücher und versuchte ihm verständlich zu machen, dass ich Wasser suche. Mit einer Handbewegung deutete er auf meinen Fuß. Ich ging näher zu ihm - er nahm meinen Fuß in die Hand und strich einige Male darüber. Die Wunde war geschlossen, das Blut getrocknet."

"Na sowas!", sagte ich überrascht. "Wirst Du jetzt Buddhistin?" "Nein", Romy lachte, "aber ich respektiere und akzeptiere Andersgläubige." Ein kleiner Elefant in meiner Hand erinnert mich - Danke, Romy!

Service

Kostenfreie Podcasts:
Gedanken für den Tag - XML
Gedanken für den Tag - iTunes

Sendereihe

Gestaltung

Playlist

Komponist/Komponistin: George Gershwin/1898 - 1937
Textdichter/Textdichterin, Textquelle: Ira Gershwin/1896 - 1983
Album: BILLIE'S BEST
Titel: They can't take that away from me / aus dem Film "Shall we dance"
Solist/Solistin: Billie Holiday /Gesang m.Begl.
Ausführender/Ausführende: Harry "Sweets" Edison /Trompete
Ausführender/Ausführende: Ben Webster /Saxophon
Ausführender/Ausführende: Jimmy Rowles /Piano
Ausführender/Ausführende: Barney Kessel /Gitarre
Ausführender/Ausführende: Red Mitchell /Bass
Ausführender/Ausführende: Larry Bunker /Drums
Länge: 04:10 min
Label: Verve 5139432

weiteren Inhalt einblenden