Szene aus dem Rosenkavalier

MET OPERA/KAREN ALMOND

"Der Rosenkavalier" live-zeitversetzt aus der Metropolitan Opera

Mit Camilla Nylund (Marschallin), Magdalena Kozena (Octavian), Golda Schultz (Sophie), Günther Groissböck (Baron Ochs), Markus Eiche (Herr von Faninal), Matthew Polenzani (Italienischer Sänger), Katharine Goeldner (Annina), Thomas Ebenstein (Valzacchi), Alexandra LoBianco (Marianne Leitmetzerin) u.a.
Metropolitan Opera Chorus, Metropolitan Opera Orchestra; Dirigent: Sir Simon Rattle
(live-zeitversetzt aus der Metropolitan Opera, New York). Präsentation: Gerhard Hafner

"Der Rosenkavalier" ist die fünfte der insgesamt 15 Opern von Richard Strauss, gleichzeitig handelt es sich bei der "Komödie für Musik" - so die genaue Bezeichnung - um die bis heute meistgespielte Oper von Richard Strauss. Dabei hat das Werk trotz aller weltweiten Erfolge seit der Uraufführung 1911 an der Dresdner Staatsoper nicht alle Erwartungen, die an den Komponisten gestellt wurden, erfüllt. Einen bedeutsamen Wendepunkt im Schaffen des Komponisten stellte die Oper - neutral betrachtet - aber auf jeden Fall dar. Nach seinen Anfängen im Fahrwasser der Romantik mit symphonischen Dichtungen in der Nachfolge von Franz Liszt und ersten Opernversuchen im Stile Richard Wagners ("Guntram" 1894, "Feuersnot" 1901), betrat Richard Strauss neue Bahnen mit seiner ersten Erfolgsoper "Salome" (1905). Mit diesem Werk unternahm der Komponist einen bis dahin auf der deutschen Opernbühne unbekannten Vorstoß in die expressionistische Richtung, geprägt von einem äußerst freien Umgang mit der Dissonanz zum Zweck des Ausdrucks und der Charakterisierung krasser Bühnenvorgänge. Im folgenden Drama "Elektra" (1909), der ersten Zusammenarbeit zwischen Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal, ging der Komponist in der Lockerung der tonalen Gesetze weiter bis an die Grenzen der Tonalität. Es lässt sich darüber rätseln, ob Strauss den eingeschlagenen Weg in die Atonalität als zu gefahrvoll erkannt hatte oder ob er mit zunehmendem Alter - Strauss ging auf die 50 zu, als er den "Rosenkavalier" komponierte - immer stärker die Verbundenheit mit der Tradition suchte, ob ihn die gleichzeitigen Vorstöße der damals noch nicht so genannten "Wiener Schule" um Arnold Schönberg, Alban Berg und Anton von Webern erschreckten oder ob er von Natur aus eher konservativ veranlagt war. Jedenfalls ist er, trotz harmonischer Kühnheit und der bewussten Verwendung der Dissonanz niemals mehr in die Nähe der Atonalität zurückgekehrt, in der er sich bei "Salome" und "Elektra" befand und von der er sich im "Rosenkavalier" mit größter Bestimmtheit abwandte.

Wenn es um neue Themen zu Opernprojekten ging, verlangte Richard Strauss häufig Stoffe, die von Anmut, Grazie und Leichtigkeit geprägt waren - Sujets, in denen ein Anflug von Mozart, seinem großen Idol zu erkennen war. Das Buch von Hugo von Hofmannsthal zum "Rosenkavalier" erfüllte den Wunsch des Komponisten in vielfältiger Weise. Begeistert reagierte Strauss, als ihm der Dichter im Februar 1909 aus Weimar mitteilte: "Ich habe hier in drei ruhigen Nachmittagen ein komplettes, ganz frisches Szenar einer Spieloper gemacht, mit drastischer Komik in den Gestalten und Situationen, bunter und fast pantomimisch durchsichtiger Handlung, Gelegenheit für Lyrik, Scherz und Humor. ... Ich finde das Szenarium reizend."

Beim "Rosenkavalier" wurde also nicht auf ein vorhandenes Theaterstück, eine existierende literarische Vorlage oder eine mythologische oder historische Quelle zurückgegriffen, sondern eine Dichtung geschaffen, die von Anfang an für die Vertonung bestimmt war. Musik und Text waren vom ersten Augenblick aufeinander abgestimmt, weshalb man beim "Rosenkavalier" zuweilen von einer der ersten "Literaturopern" spricht, selbst wenn dieser Fachbegriff sonst eher für Werke gilt, bei denen hochwertige literarische Vorlagen unverändert, im kompletten Wortlaut Grundlagen für Opern bilden.

Sendereihe

Gestaltung

  • Gerhard Hafner

Playlist

Komponist/Komponistin: Richard Strauss/1864-1949
Textdichter/Textdichterin, Textquelle: Hugo von Hofmannsthal
Titel: DER ROSENKAVALIER, op.59 / Komödie für Musik (Oper) in 3 Akten
(Live zeitversetzt aus der Metropolitan Opera, New York)
Solist/Solistin: Camilly Nylund /Feldmarschallin Fürstin Werdenberg
Solist/Solistin: Günther Groissböck /Baron Ochs auf Lerchenau
Solist/Solistin: Magdalena Kozena /Octavian
Solist/Solistin: Golda Schultz /Sophie
Solist/Solistin: Markus Eiche /Herr von Faninal
Solist/Solistin: Alexandra LoBianco /Junger Marianne Leitmetzerin
Solist/Solistin: Thomas Ebenstein /Valzacchi
Solist/Solistin: Katharine Goeldner /Annina
Solist/Solistin: Matthew Polenzani /Ein Sänger
Solist/Solistin: Scott Conner /Ein Polizeikommissar
Solist/Solistin: Scott Scully /Haushofmeister der Marschallin
Solist/Solistin: James Courtneyk /Ein Notar
Solist/Solistin: Mark Schowalter /Haushofmeister bei Faninal
Solist/Solistin: Tony Stevenson /Wirt
Chor: Metropolitan Opera Chorus
Orchester: Metropolitan Opera Orchestra
Leitung: Sir Simon Rattle
Länge: 200:05 min
Label: IPS / USMET

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