45 Jahre Fristenregelung

Ethik-Diskussion um Spätabbrüche +++ Jesidinnen: Trauma und Schmerz bleiben

1. Ethik-Diskussion um Spätabbrüche

Vor 45 Jahren, am 1. Jänner 1975, trat nach jahrelangen Diskussionen in Österreich die sogenannte Fristenregelung in Kraft als Teil einer Strafrechtsreform, die einen Schwangerschaftsabbruch unter bestimmten Voraussetzungen straffrei stellt: einerseits eben innerhalb gewisser Fristen, in den ersten 12 Schwangerschaftswochen, danach, wenn es Gründe gibt, die entweder die Gesundheit der Mutter oder des Embryos betreffen. Das Thema Schwangerschaftsabbruch bleibt eine Frage, die nach wie vor heftig diskutiert wird und bei der unterschiedliche ethische Positionen aufeinander prallen. Dazu gehören jährliche Pro-Life-Märsche von Abtreibungsgegnern in Österreich und Deutschland, zu denen auch einzelne christliche Bischöfe Grußworte schicken und auf der anderen Seite die Pro-Choice-Bewegung, die die Entscheidungsfreiheit von Frauen über den eigenen Körper betont. Zuletzt im Fokus: die sogenannte "embryopathische Indikation", also die Möglichkeit zum "Spätabbruch", wenn eine Schädigung beim Embryo vorliegt. Dazu hat im vergangenen Frühjahr die Gruppe #fairändern eine Bürgerinitiative gestartet: Fehlbildungen des Embryos, egal welcher Art, sollten keinen Grund zum Schwangerschaftsabbruch bieten dürfen, der Gesetzestext geändert werden. Prompt hat sich eine Gegenbewegung formiert. Unter dem Namen #keinenMillimeter sammelt eine andere Initiative Unterschriften gegen eine Änderung. Man warnt, das Selbstbestimmungsrecht von schwangeren Frauen würde eingeschränkt. Im Praxis-Studio diskutieren die freikirchliche Pastorin Petra Ploner, Vertreterin der Bürgerinitiative #fairändern, und die Feministin Lena Jäger von der Gegenbewegung #keinenMillimeter. - Gestaltung: Isabella Ferenci


2. Jesidinnen: Trauma und Schmerz bleiben

Vergessene Krisen und Katastrophen auf der Welt - derer gibt es viele: Die schwierige und bedrohliche, mitunter aussichtslose Situation der Volksgruppe und kleinen religiösen Gemeinschaft der Jesiden droht langsam in Vergessenheit zu geraten. Fünfeinhalb Jahre nach dem Genozid 2014, verübt durch die Kämpfer des sogenannten Islamischen Staats, hat sich an der Lage der Jesidinnen und Jesiden bisher wenig verbessert. Vor allem im Nahen Osten, in den Camps Nordiraks. Tausende wurden 2014 vom IS ermordet, zig Tausende zur Flucht gezwungen. Frauen verschleppt, versklavt, vergewaltigt. Die Traumata und Schmerzen bleiben wohl ein Leben lang. Hoffnung geben starke Frauen wie die junge Aktivistin Nadia Murad, die für ihren Einsatz gegen sexuelle Gewalt als Kriegswaffe gemeinsam mit dem kongolesischen Arzt Denis Mukwege 2018 den Friedensnobelpreis bekommen hat. Kerstin Tretina mit einem Bericht über die aktuelle Lage der Jesidinnen und Jesiden im Nahen Osten und in Europa.

Moderation: Alexandra Mantler

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