Max Horkheimer

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Cornelius Hell über Max Horkheimer

"Die Sehnsucht nach dem ganz Anderen". Anlässlich des 125. Geburtstages von Max Horkheimer beleuchtet Cornelius Hell, Übersetzer und Literaturkritiker, dessen Gedanken an Gott.

"Wer im Schirm des Höchsten wohnt, der ist im Schatten des Allmächtigen geboren." Die Mutter hat den Psalm geliebt; ihn von der Erinnerung an den Glanz ihrer Augen zu lösen, vermag ich auch heute nicht. Er war der Ausdruck ihrer Gewissheit einer göttlichen Heimat, angesichts der Not und des Schreckens in der Wirklichkeit.

Max Horkheimer spricht vom Beginn von Psalm 91, der auf dem Grab seiner Eltern steht. "Der Ewige bedeutet die Zuflucht und wo es der Zuflucht bedarf, lauert Gefahr", kommentiert er. Heute vor 125 Jahren wurde Horkheimer in eine Familie hineingeboren, in der seine geliebte Mutter auf die Speisegesetze achtete und man am Sabbat in die Synagoge ging.

Während sein Vater auch nach der Machtergreifung Hitlers in Deutschland bleiben wollte, weil er meinte "Unsere Familie lebt schon länger in Deutschland als die des Herrn Hitler", hat Max Horkheimer selbst früher als jeder andere in seiner Umgebung geahnt, was passieren wird. Als Deutschlands Niederlage im Ersten Weltkrieg abzusehen war, sah er einen fanatischen Nationalismus aufkommen und damit eine Gefahr, die das Judentum bedrohte. Am Ende des Ersten Weltkriegs schildert er in einer Novelle einen Traum, in dem er als Jude durch die Straßen getrieben und von einem verhetzten Pöbel verspottet und angespuckt wird.

Nach seiner Rückkehr aus den USA wurde Max Horkheimer 1951 zum Rektor der Universität Frankfurt gewählt - und war damit der erste Rektor in der deutschen Universitätsgeschichte.

Oft hat sich Max Horkheimer in Gesprächen auf das Judentum bezogen. Durch die Verpflichtung und den Willen zur Gerechtigkeit sind die Juden Feinde alles Totalitären, und grade darin sieht Horkheimer eine der Wurzeln des weltweiten Antisemitismus. Wichtig war ihm auch, wie er schreibt: "dass es in der jüdischen Religion nicht so sehr darauf ankommt, wie Gott ist, sondern wie der Mensch ist". Wichtiger als ein theoretischer Glaube ist im Judentum das Tun, das richtige Verhalten.

Dass Max Horkheimer eine "Sehnsucht nach dem ganz anderen" aufrechterhalten will, ohne diese Transzendenz wortreich zu beschreiben, ist auch ein Erbe seiner jüdischen Religion.

Service

Alfred Schmidt, Gunzelin Schmid Noerr (Hg.), "Gesammelte Schriften", Verlag Fischer
Max Horkheimer, Theodor W. Adorno, "Dialektik der Aufklärung", Verlag Fischer
Max Horkheimer, "Traditionelle und kritische Theorie", Verlag Fischer
Max Horkheimer, "Zur Kritik der instrumentellen Vernunft", Verlag Fischer
"Max Horkheimer mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten", dargestellt von Helmut Gumnior und Rudolf Ringguth, Verlag Rowohlt
Rolf Wiggerhaus, "Max Horkheimer. Begründer der 'Frankfurter Schule'", Societäts-Verlag

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Sendereihe

Gestaltung

Playlist

Komponist/Komponistin: Laurie Anderson
Gesamttitel: LANDFALL
Titel: The water rises/instr.
Solist/Solistin: Laurie Anderson /Keyboard, Violine, Samples, Perc., Filters
Ausführende: Kronos Quartet
Ausführender/Ausführende: David Harrington /Violine
Ausführender/Ausführende: John Sherba /Violine
Ausführender/Ausführende: Hank Dutt /Viola
Ausführender/Ausführende: Sunny Yang /Violoncello
Länge: 02:43 min
Label: Warner/Nonesuch Rec. 755979338

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