Heinz Zemanek

APA/HERBERT PFARRHOFER

Der Computerpionier Heinz Zemanek

"Zeitzeuge für das abgelaufene Jahrhundert"

Heinz Zemanek hat sie alle gesehen: die Pioniere der Informationstheorie und die ersten Rechenanlagen. Er erlebte den Übergang von Hardware zu Software mit, und vom Computerbau zur Computeranwendung. Zemaneks Beschäftigung mit Rechenmaschinen begann in den 1940er Jahren mit dem Lötkolben in der Hand. Ein paar Jahre später suchte er die besten Löter unter seinen Studenten, um mit ihnen den ersten Rechner "made in Austria" zu bauen: das Mailüfterl. Neben handwerklichem Geschick mussten die "Maker" der 1950er Jahre Fantasie beweisen. Die hatte Heinz Zemanek auf jeden Fall, sonst hätte er sich nicht an den Bau eines Transistorrechners gewagt - ein Millionen Schilling-Projekt und ein Projekt, für das die Bestandteile nicht so einfach am Markt erhältlich waren. Transistoren wurden damals noch nicht für Computer produziert, sondern für Hörgeräte.

Das Internet hielt Heinz Zemanek später - im Gegensatz zur Entwicklung des Computers und der Programmiersprachen - für langweilig. Er missbilligte auch die Entwicklung, Computer "aus den Händen von Mainframespezialisten" in die Hände von Laien zu übergeben. Für letztere, so Zemanek 2003, sei ein Computer nicht viel mehr als eine Schreibmaschine mit Fernsehbildröhre. Wo der Computer sei, das wüssten nur die Wenigsten.
Aus Anlass des 100. Geburtstags von Heinz Zemanek (1920 - 2014) bringen wir ein Matrix über die Thesen und Arbeiten des österreichischen Computerpioniers.

Moderation: Wolfgang Ritschl
Redaktion: Franz Zeller

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