Das Logo der Sendung "Gute Nacht Österreich"

APA/ORF/ROMAN ZACH-KIESLING

Satire ist ansteckend

Die Satire erlebt in Krisenzeiten wie jetzt rund um das Corona-Virus seine Blüte. Da kommen auch die Satireformate des Fernsehens nicht daran vorbei. Politische Satire im TV hat aber immer mehr auch eine journalistische Funktion - nicht für alle Vertreter des Genres, aber für immer mehr. Im ORF, aber auch auf den Privatsendern. #doublecheck hat einen Blick hinter die Kulissen von "Willkommen Österreich", "Gute Nacht Österreich" und das ganz neue Format "Bussi Fussi" geworfen.
Moderation und Gestaltung: Rosanna Atzara, Nadja Hahn und Stefan Kappacher

Die Symbiose mit dem Journalismus

Der satirische Blick ist eigentlich oft der richtige, findet "Kurier"-Karikaturist Michael Pammesberger, der sich auch als Journalist versteht: "Ich übertreibe nichts, ich entlarve." Durch den Humor sickert die Botschaft oft leichter in die Köpfe als durch klassische Nachrichtenformate, da öffnen sich "andere Synapsen", meint Robert Stachel von Maschek. Hinter guter politischer Satire steckt viel Recherche, denn letztlich muss das, was aufs Korn genommen wird, auch stimmen. Satire braucht also den Journalismus. Aber züchtet sie auch News-Junkies? Die Hoffnung, dadurch ein neues und jüngeres Publikum an die klassische Politik-Berichterstattung heranzuführen, könnte trügerisch sein. Aber sie lebt.

Wenn es Late Night wird in Trump-Land

Das Mutterland der TV-Satire sind die USA, berühmte Namen wie David Letterman und Jay Leno haben dieses Genre geprägt. Heute sind Satiriker wie John Oliver mit "Last Week Tonight" und Trevor Noah mit der "Daily Show" die Vorbilder für Sendungen wie "Gute Nacht Österreich" bzw. die "Heute Show" im deutschen ZDF. Im eigenen Land kämpfen Oliver & Co. mit der Konkurrenz ihrer liebsten Zielscheibe: US-Präsident Donald Trump, ein Komödiant der eigenen Art. #doublecheck hat mit ORF-Korrespondent David Kriegleder über die Szene in den Vereinigten Staaten gesprochen.

Drehbücher und Spaßbremsen

Die Entstehung von Satire-Beiträgen ist ein komplexes Hin und Her. Auf der einen Seite die Leute, die Fakten recherchieren und checken, auf der anderen Seite die Autoren, die Gags schreiben und mit den Sendungsmachern ständig im Austausch sind. Daraus wird dann ein Drehbuch, und immer wieder wird geprüft, ob die Witze die Fakten verfälschen, oder ob es noch passt. Intern heißen die Rechercheure "Spaßbremsen", witzelt der Kabarettist und Moderator Gerald Fleischhacker, der das Drehbuch für die neue Satire-Sendung auf Puls24 schreibt und eine eigene auf Puls4 hat. Fleischhacker weiß aber: Nichts ist peinlicher, als wenn man sich über Dinge lustig macht, die nicht stimmen.

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