Renée Schroeder

APA/GEORG HOCHMUTH

Renée Schroeder

Moleküle, Politik und Wildkräuter - Die Biochemikerin und Bäuerin Renée Schroeder

Als Forscherin war Renée Schroeder international viel unterwegs. Die Internationalität wurde ihr sozusagen in die Wiege gelegt - 1953 in João Monlevade geboren, kam sie nach dem Militärputsch in Brasilien 14-jährig mit ihren Eltern, die aus Luxemburg stammen, nach Österreich. Die Familie verschlug es nach Bruck an der Mur. Anfang der 1970er Jahre begann Schröder an der Universität Wien ein Biochemie-Studium, schloss es mit einem Doktorat ab und begab sich auf akademische Wanderschaft: ihre Stationen waren München, Frankreich und die USA, aber sie kehrte dann nach Wien zurück, um als Assistentin am Institut für Mikrobiologie und Genetik zu arbeiten. Ihre Faszination für die Ribonukleinsäure (RNA), ein Molekül, das für die Umsetzung von genetischer Information in Proteine verantwortlich ist, mündete in eine Habilitation. Das "Molekül des Lebens" - wie sie die RNA nennt - begleitet sie ihr gesamtes wissenschaftliches Leben.

Trotz einer männlich dominierten Universität und vielen diesbezüglichen Auseinandersetzungen erhielt Renée Schroeder für ihre wissenschaftlichen Tätigkeiten viele Auszeichnungen. Als zweite Frau in der Geschichte der Österreichischen Akademie der Wissenschaften wurde sie wirkliches Mitglied der mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse. Jedoch gibt es von Beginn an viele Dissonanzen, als Frau wird Renée Schroeder benachteiligt und zieht sich schließlich aus Protest zurück. Gesellschaftspolitisch engagiert sich die überzeugte Atheistin für die "Initiative Religion ist Privatsache" und für die Parteiakademie der Liste "Jetzt" ihres Schulfreundes Peter Pilz.

Um ein Bergbauernanwesen in Salzburg erwerben zu können, hat Schroeder im zweiten Bildungsweg die landwirtschaftliche Fachschule in Hollabrunn absolviert, sie hat einen neuen Hof bauen lassen und interessiert sich hier nun besonders für Wildkräuter und deren Eigenschaften. Die Wittgensteinpreisträgerin und zweifache Mutter, deren Wissenschaftsbücher immer wieder ausgezeichnet wurden, ist überzeugt, dass dem Wirtschaftswachstum zu sehr gehuldigt werde und stellt dem das selbstlose Wachstum von Zellen entgegen.


Gestaltung: Petra Herczeg-Rosenberg

Service

Leierhof

Sendereihe

Übersicht

Playlist

Urheber/Urheberin: Rod Stewart
Titel: Mandolin winds (teilweise unterlegt!)
Ausführender/Ausführende: Rod Stewart
Länge: 05:32 min
Label: Universal, 1971, Nr. 8208223

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