Ein futuristisch beleuchteter Zug

AFP/PATRICK HERTZOG

Radiokolleg - Wien und die Welt 2050

Urbane Utopien (1). Gestaltung: Dorothee Frank

Eine Figur namens Mira, eine engagierte Zeitzeugin, bewegt sich durch ein utopisches Wien des Jahres 2050. Dorothee Frank entwirft ein Wien der Zukunft als ironisch-ernstes Gedankenexperiment. Wien als utopischer Raum, wo man dem Ideal eines guten Lebens für Alle ein Stück nähergekommen ist. Diese spielerische Versuchsanordnung spinnt den heutigen Forschungs- und Entwicklungsstand spekulativ weiter. Eine urbane Region ist hier kein konfliktbefreites, rundum harmonisches Utopia in Retro-Manier; die durchaus kontroversen Debatten stehen aber im Zeichen einer verbesserten Konfliktkultur.

Nach schweren globalen Krisen der 2020er und -30er Jahre - an die sich Mira lebhaft erinnert - hat die Weltgesellschaft spät aber doch die Notbremse gezogen; der Planet beginnt sich zu erholen. Öffentlicher Raum wurde als Agora und verlängertes Wohnzimmer zurückgewonnen. Europa hat sein Potential ausgebaut, im ökologisch erforderlichen Kulturwandel aller Lebensbereiche Beispiele zu setzen. Die Ressourcenverschwendung ist eingedämmt, die gesellschaftliche Rolle von Arbeit neu ausgehandelt, Bildungs- und Entfaltungschancen sind nicht länger eine Einkommensfrage.

Raffinierte technologische Tools werden für 2050 in Sci-Fi-Manier vorausgeträumt als Metaphern dafür, wie Technologien Werte verwirklichen können. Ist es gelungen, die digitale Vernetzung ein Stück weit zu entkommerzialisieren? Hat sich parallel dazu ein Trend zurück zu Low Tech in manchen Bereichen des Alltags etabliert, und wenn ja, mit welchem Nutzen? Solche und viele andere Fragen thematisiert diese urbane Fantasie, die den Horizont des als möglich Gedachten erweitern soll.

Service

LINKS:

Vorangegangene Radiokolleg-Staffeln von Dorothee Frank zur Geschichte der Utopien sowie Kunstradio "Was Utopie ist"

Link zum Projekt "Wiener Utopien (befindet sich derzeit im Aufbau und wir laufend aktualisiert)

Utopisches Projekt "Westbahnpark" (beteiligt u.a.: Landschaftsarchitekt/innen, Architekt/innen)

Website des Symposions "Der utopische Raum"

Projekt einer "Europäischen Republik" v. Robert Menasse u. Ulrike Guérot

Artikel des Unternehmers und Autors Samuel Koch, eine Art "utopisches Manifest"

Zeitschrift und Verein für Stadtforschung

Website Ali Mahlodji

Attac Österreich

EU-Klimarechner


LITERATUR:

Petra Schaper-Rinkel: Fünf Prinzipien für die Utopien von morgen
(Wiener Vorlesungen - Picus)

Sarah Spiekermann: Digitale Ethik (Droemer)

Ernst Cassée: Globale Bewegungsfreiheit. Ein philosophisches Plädoyer für offene Grenzen (suhrkamp)

Isolde Charim: Ich und die Anderen: Wie der neue Pluralismus uns alle verändert (Zsolnay)

Ulrich Brand / Markus Wissen: Imperiale Lebensweise (Oekom)

Jean Francois Billeter: Europas Zukunft (Matthes & Seitz)

Marc Augé: Die Zukunft der Erdbewohner. Ein Manifest (Matthes & Seitz)

Christian Berg: Ist Nachhaltigkeit utopisch? Wie wir Barrieren überwinden und zukunftsfähig handeln (Oekom)

Johann G. Zaller: Unser täglich Gift. Pestizide - die unterschätzte Gefahr (Zsolnay)


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  • Dorothee Frank

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