Ein Mann schaut durch einen Theater Vorhang

AFP/WANG ZHAO

Radiokolleg - Backstage im Opernbetrieb

Der lange Weg zur Aufführung (2). Gestaltung: Helene Breisach

Wenn sich der Vorhang in der Oper hebt und die Ouvertüre beginnt, dann darf das Publikum in Melodien schwelgen und in eine Zauberwelt abtauchen. Doch was muss vorher alles passiert sein, damit der Opernabend reibungslos abläuft? Wie viel Probenaufwand ist nötig, um Sängerinnen und Sänger, Chor und Ballett über die Bühne zu bewegen? Wann beginnt das Opernhaus zu planen, wie viele Menschen sind nötig, damit am Premierenabend alle Räder und Rädchen reibungslos ineinandergreifen?

Aber mit der Premiere allein ist es nicht getan: In den großen Repertoirebetrieben wie den Bundestheatern, zu denen die Wiener Staatsoper und Volksoper gehören, wechselt beinahe täglich das Programm, im Monat werden bis zu zehn Opern, Operetten und Ballettabende aufgeführt. Das Bundestheatergesetz sieht einen ganzjährigen Spielbetrieb vor, "mit angemessenen Spielbetriebspausen, die in Summe zwei Monate nicht übersteigen dürfen". Das Repertoire ist "durch eine entsprechende Anzahl von jährlichen Neuinszenierungen zu erweitern und durch Neueinstudierungen zu pflegen". Dafür braucht es die entsprechende Infrastruktur: Proben, Lagerräume, Instandhaltung, Transportlogistik.

Angesichts der alteingesessenen Opernbetriebe in der Hauptstadt hat das Land Oberösterreich mit dem Bau eines neuen Musiktheaters viel Mut bewiesen: vor knapp sieben Jahren wurde das Opernhaus eröffnet. Dem Spatenstich 2009 waren rund 25 Jahre politischer Debatten und mehrerer Planungsanläufe vorausgegangen. Was waren die Gründe für den Bau, die Widerstände, Bedenken? Wie hat sich der Bau aus der Perspektive der Theaterschaffenden gestaltet? Welche Wünsche konnten eingebracht, welche Kompromisse mussten gemacht werden? Wie hat sich das Haus seither etabliert? Ist das neue Musiktheater Linz auch für sein Publikum ein kulturelles Wahrzeichen geworden?

Gänzlich andere Bedingungen bringt der Betrieb eines großen Festivals mit sich, etwa auf der Bregenzer Seebühne: die enormen Bühnenbilder bleiben ganzjährig stehen, sind Wind und Wetter ausgesetzt. Und auch die Darstellerinnen und Darsteller müssen wetterfest sein: Niedrige Temperaturen, auch im Sommer, sind kein Grund, eine Vorstellung ausfallen zu lassen. Inszenierungsbedingt kann auch ein Sprung in den See zu den Herausforderungen eines Sängers, einer Sängerin gehören. Was aber passiert, wenn eine Vorstellung dann doch abgebrochen - oder im Vorfeld abgesagt werden muss?

Aber zurück zum alljährlichen Spielbetrieb: Alternativ zu den Repertoirehäusern arbeitet etwa das Theater an der Wien als sogenanntes "Stagione"-Haus. Erst wenn die aktuelle Produktion abgespielt ist, wird die nächste herausgebracht. Welche Vor- und Nachteile hat das für die Planung, für die Mitwirkenden und für das Publikum? Eine "Kulissenschau" durch die österreichische Opernlandschaft.

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  • Helene Breisach