Auberginen

AFP/HELENE VALENZUELA

Von Mokka bis Razzia

Arabische Wörter im Deutschen. Mit Stephan Prochazka, Institut für Orientalistik, Universität Wien.
Gestaltung: Isabelle Engels

Spanischen und Portugiesischen hinterlassen. Aber auch im deutschen Wortschatz finden sich einige hundert arabische Wörter, womit Arabisch jene außereuropäische Sprache ist, die Deutsch am meisten beeinflusst hat.

"In einem Café am Trafalgar Square tranken wir zuerst eine Tasse Mokka und dann eine Limonade mit viel Zucker." In jedem Hauptwort dieser kurzen Erzählung steckt arabische Kultur und Geschichte. So führt uns z.B. der Mokka nach "al-Mua", dem Haupthafen für Kaffee-Export im Jemen des 17. Jahrhunderts. Und ins Café gingen die Istanbuler bereits mehr als hundert Jahre vor den Wienern.

Genuss- und Nahrungsmittel bilden einen wesentlichen Bereich, in dem das Arabische ins Deutsche eingeflossen ist und weiter einfließt - man denke an die heute beliebten Falafel oder Tee mit Nana-Minze.
Ein weiterer Bereich mit vielen Arabismen hat mit der islamischen Kultur und Religion zu tun, etwa Muslim, Moschee oder Dschihad.

Während bei manchen Wörtern die arabische Herkunft leicht erkennbar ist, wird man bei vielen anderen davon überrascht sein, wie etwa bei der Aubergine, der Trafik oder der Razzia.

Der arabische und der deutsche Sprachraum grenzten nie direkt aneinander, sondern die Begriffe gelangten auf verschiedensten Wegen in unseren Sprachraum. Im Mittelalter und der frühen Neuzeit war die arabische Welt Europa kulturell wie wissenschaftlich weit voraus, sodass viele Begriffe der Astronomie, Mathematik und Chemie arabischen Ursprungs sind. Im 21. Jahrhundert sind es vor allem die Medien und die Migration, durch die neue Begriffe in unserer Sprache Eingang finden.

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