Ein Szenenfoto aus "Die Schule oder das Alphabet der Welt"

LANDESTHEATER LINZ/SAKHER ALMONEM

Erstes akademisches Gymnasium in Österreich

Für die Schule lernen wir - und nicht für´s Leben. Eine Komposition für das älteste Akademische Gymnasium in Österreich. Feature von Andreas Wolf

Schon seit Generationen begleitet dieser Sinnspruch Schülerinnen und Schüler, ohne dass er an Aktualität verloren hätte. Elfriede Jelinek meinte über die Schule sogar "In die Schule gehen ist wie in den Tod gehen, ohne diesen zu kennen, aber wer kennt den schon? Vom Tod kann man nachher auch nichts mehr erzählen. Aber auch die Schule kennt man erst, wenn man sie hinter sich hat".

Als Maria Theresia am 6. Dezember 1774 die Unterrichtspflicht in Österreich einführte, war das Ziel gehorsame Untertanen zu erziehen. Ob sich an diesem Ideal etwas geändert hat, fragt sich der Autor der Sendung, der das Akademische Gymnasium in Linz besucht hat. Diese 1542 als Evangelische Landschaftsschule gegründete Bildungsanstalt zählt zu den ältesten Schulen des deutschsprachigen Raumes. Im Schularchiv werden Jahrhunderte alte Dokumente gelagert, die Einblicke in die wechselvolle Geschichte der Institution geben.

Aus den endlosen Namensregistern stechen Menschen wie Johannes Keppler, Josef Ressel, Ludwig Boltzmann, Anton Bruckner, Rainer Maria Rilke, Richard Tauber, Ludwig Wittgenstein, Stefan Ruzowitzky, oder die Lieblingsnichte Adolf Hitlers Geli Raubal hervor. Gemeinsam mit Schüler/innen hat der Linzer Komponist Peter Androsch in den vergangen fünf Jahren die Archive des Akademischen Gymnasiums durchforstet und eine Oper komponiert, die im Jänner im Linzer Musiktheater uraufgeführt wurde.

Im Werk "Die Schule oder das Alphabet der Welt" werden die vergangen 100 Jahre des Akademischen Gymnasiums reflektiert. Szenen wie "Der Stotterer", "Aufstehen-Setzten", "Der Große Schlaf", "Die Herrschaft des Wahnsinns", oder "Die Zerstörung der Welt durch Unterricht" werfen grundsätzliche Fragen über unser Schulsystem auf, das vom Korpsgeist der Lehrer/innen genauso geprägt ist wie vom Machtgefälle zwischen Lehrer/innen und Schüler/innen, sowie Leistungsdruck und Bildungsstress.

Service

Das Projekt "Die Schule oder das Alphabet der Welt":
die-schule.at

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