Eine Euromünze neben einem der EU Sterne

DPA/OLIVER BERG

Staatsschulden

Ein unumstößliches Prinzip der Wirtschaft?
Gestaltung: Katrin Mackowski

Wenn von Staatsschulden die Rede ist, gehen die Emotionen hoch, denn Begriffe wie Schuldenkrise oder Staatsverschuldung haben in der Öffentlichkeit immer auch einen negativen Beigeschmack. Und oft steht das Konzept der Europäischen Union gleich mit auf dem Prüfstand; doch höhlen verschuldete Staaten wie Griechenland oder Italien tatsächlich die EU aus? Ist es die Weltfinanzkrise 2008, die die Staatsschulden weltweit in die Höhe getrieben hat? Anleihekäufe und gelockerte Geldpolitik der Notenbanken sollen jedenfalls derzeit den Abbau der Schuldenlast auffangen, während Steuerhinterziehung für Finanzhaie nach wie vor möglich ist.

Was aber genau bedeutet die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank EZB, und was passiert, wenn zu viel gespart wird? Dann, wenn der Haushalt eines Staates nach dem Prinzip der "schwarzen Null" ausgeglichen wird?

Wie Daten des Institute of International Finance (IIF) zeigen, sind die weltweiten Schulden inzwischen auf über 250,9 Bio. $ angestiegen. Das ist ein Rekordwert und entspricht 320% des weltweiten Bruttoinlandproduktes (BIP). Daraus den Schluss zu ziehen, die Welt stehe vor einer akuten Schuldenkrise, greift jedoch zu kurz: Ohne Schulden, kein Wirtschaftswachstum, darüber sind sich Ökonomen weitgehend einig. Das Schuldenmachen ist schließlich ein Motor der kapitalistischen Wirtschaftsordnung, denn ohne Kredite keine Investitionen. Doch wieviel Wachstum ist gut, und wieviel Schulden sind schädlich? So viel ist klar: Schulden sind nicht Schulden. Die Frage ist, wofür Staaten Schulden machen, ob dabei das Gemeinwohl auf dem Spiel steht und wie sich die Verschuldung auf Volkswirtschaft und Privathaushalte auswirkt.

Ein "Salzburger Nachtstudio" von Katrin Mackowski

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