Wehrmachtsoffizier isst zwischen Trümmern

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Radiokolleg

Radiokolleg - Die Neuordnung der Welt nach 1945

Globale Prozesse im Zeichen der Bipolarität (3). Gestaltung: Brigitte Voykowitsch

Als am 8. Mai 1945 nach der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht in Europa die Waffen schwiegen, stand fest: Der Zweite Weltkrieg hatte das internationale Machtgefüge entscheidend verändert. Erst im Juli und August 1945 fand im Schloß Cecilienhof in Potsdam die letzte Kriegskonferenz der "Großen Drei" (des britischen Premiers Winston Churchill, des US-Präsidenten Harry Truman sowie des sowjetischen Machthabers Josef Stalin) statt. Erst im August 1945 endete nach den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki auch der Krieg im Fernen Osten.

Doch die Konturen der Neuordnung hatten sich bereits in den Jahren davor abgezeichnet. Die USA und UdSSR stiegen erstmals zu weltpolitischen Spielern auf. Ihre kriegsbedingte Allianz war von Anfang an von Spannungen geprägt. Nach 1945 sollte sie zur Bildung zweier ideologischer Blöcke führen, die weltweit um die Vorherrschaft rangen. In Europa kam es zu massiven Gebietsveränderungen. Polen wurde nach Westen verschoben, damit wurde auch eine neue deutsche Ostgrenze entlang der Oder und westlichen Neiße gezogen. Berlin wurde geteilt, und es entstanden zwei deutsche Staaten.

Die Sowjetunion schuf sich einen Gürtel von Satellitenstaaten in Ostmitteleuropa. Millionen Menschen wurden im Zuge dieser Prozesse umgesiedelt oder vertrieben. Weltweit beschleunigte sich der Entkolonialisierungsprozess. Mehr als 100 neue Staaten sollten nach dem Zweiten Weltkrieg geründet werden, darunter 1948 Israel und 1949 die Volksrepublik China. Japan blieb bis 1952 von den Alliierten besetzt, stieg danach aber rasch zu einer führenden Wirtschaftsmacht auf. Über neue globale ökonomische Strukturen hatten die Alliierten bereits 1944 auf der Konferenz von Bretton Woods beraten.

Damals wurden die Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung, kurz Weltbank, und der Internationale Währungsfonds (IWF) ins Leben gerufen. Im Frühjahr 1945 fand in San Francisco die Gründungskonferenz der Vereinten Nationen statt. Die UNO-Charta trat am 24. Oktober 1945 in Kraft. Sie sollte die Basis für eine regelbasierte internationale Ordnung sein.

Service

Wolfgang Benz, Potsdam 1945. Besatzungsherrschaft und Neuaufbau im Vier-Zonen-Deutschland (dtv 2005).

Wolfgang Benz, Ausgrenzung, Vertreibung, Völkermord. Genozid im 20. Jahrhundert (dtv 2006).

Wolfgang Benz, Wie es zu Deutschlands Teilung kam (dtv 2018).

Wolfgang Böhm, Otmar Lahodynsky, EU for you! - So funktioniert die Europäische Union (GG Verlag).

Michael Brenner, Nach dem Holocaust. Juden in Deutschland 1945-1950 (Beck Verlag 1995).

Michael Brenner, Geschichte des Zionismus (Beck TB 2002).

Michael Brenner, Kleine jüdische Geschichte (Beck 2008).

Michael Brenner, Israel. Traum und Wirklichkeit des jüdischen Staates (Beck 2016).

Michael Gehler, Three Germanies: From Partition to Unification and Beyond (London 2020).

Michael Gehler, Europa. Ideen - Institutionen - Vereinigung - Zusammenhalt (Reinbek Verlag 2018).

Michael Gehler, Europa. Von der Utopie zur Realität (Haymon Verlag 2014).

Wolfgang Müller, Osteuropa vom Weltkrieg zur Wende. Ed. with M. Portmann (Verlag der ÖAW 2007).

Philip Ther, Deutsche und polnische Vertriebene. Gesellschaft und Vertriebenenpolitik in der SBZ/DDR und in Polen 1945-1956 (Vandenhoeck und Ruprecht 1998).

Philip Ther, Die dunkle Seite der Nationalstaaten. "Ethnische Säuberungen" im modernen Europa (Vandenhoeck und Ruprecht 2011).

Kerstin von Lingen (Hrsg), Kriegserfahrung und Nationale Identität in Europa nach 1945. Erinnerung, Säuberungsprozesse und nationales Gedächtnis (Schoeningh 2009).

Kerstin von Lingen mit Wolfgang Form und Krzyzstof Ruchniewicz, Narrative im Dialog. Deutsch-Polnische Erinnerungsdiskurse (Neisse, 2013).

Kerstin von Lingen, War Crimes Trials in the Wake of Decolonization and Cold War in Asia, 1945-1956: Justice in Time of Turmoil (Palgrave, 2016).

Susanne Weigelin-Schwiedrzik und Wolfgang Schwentker, Ostasien im 19. und 20. Jahrhundert (Neue Fischers Weltgeschichte - in Vorbereitung)

Reinhard Zöllner, Geschichte Japans: Von 1800 bis zur Gegenwart (UTB 2013).

Reinhard Zöllner, Einführung in die Geschichte Ostasiens (Iudicum 2009).


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