Wolfgang Wagner

ORF/URSULA HUMMEL-BERGER

Dürregefahr und Datenflut

Über die Bodenfeuchtigkeit als eine zentrale Größe, um Dürre in ihrer Komplexität zu erfassen. Gast: Univ. Prof. Wolfgang Wagner, Professor für Fernerkundung am Department für Geodäsie und Geoinformation und Dekan der Fakultät für Mathematik und Geoinformation, Technische Universität Wien. Moderation: Barbara Zeithammer.
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Warten, hoffen, bangen - wann wird es endlich wieder regnen und wie viel? In der Schweiz nimmt die Trockenheit "gravierende Ausmaße" an, in Teilen Deutschlands droht das dritte Dürrejahr in Folge, in Österreich ist es "stellenweise um 50 bis 80 Prozent zu trocken".

Schon zu Vegetationsbeginn fehlt in diesem Jahr vielerorts der Regen; die Waldbrandgefahr ist sehr hoch, die Grundwassermessstellen melden Negativrekorde, Gemeinden rufen zum Wassersparen auf. Erinnerungen an das Jahr 2018 werden wach: der Endlos-Sommer, das Hitzejahr der Rekorde - Missernten, trockengefallene Flussschiffe, kein Heu. Ist wieder eine derartige Dürre zu befürchten? Wie lässt sich die Gefahr einschätzen, wie lassen sich die Auswirkungen vorhersagen?

Vor fast genau einem Jahr trafen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Wien zur "Danube Drought Conference", um neue Strategien zur Erfassung von Dürre zu entwickeln und Dürrephänomene besser einschätzen zu können. Österreich, gern als "wasserreich" bezeichnet, ist auf ausgedehnte Dürreperioden kaum vorbereitet, stellt Wolfgang Wagner fest - mit dem Klimawandel wird Dürre im Donauraum aber Normalität werden. Der Professor für Fernerkundung am Department für Geodäsie und Geoinformation an der Technischen Universität Wien beschäftigt sich mit der Messung der Bodenfeuchte via Satelliten und mit Rechenmodellen, die flächendeckende Daten nicht nur über den Zustand der Landoberfläche sondern auch über natürliche und gesellschaftliche Prozesse in Beziehung setzen. Mit seinem Team entwickelt er unter anderem jene Software, mit der eine verlässliche Bodenfeuchte-Messung auf der ganzen Welt möglich geworden ist.

Im Gespräch mit Barbara Zeithammer erklärt Wolfgang Wagner, Dekan der Fakultät für Mathematik und Geoinformation, die zentrale Größe Bodenfeuchtigkeit, ihre komplexe Messung und Berechnung, den Forschungsstand zur Entstehung von Dürren und wie die riesigen Datensätze dabei helfen können, die Folgen des Klimawandels einzuschätzen.

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