Ein Arzt untersucht den Rücken eines Mannes auf Hautkrebs.

DPA/WERNER BAUM

Früherkennung von Hautkrebs

Dermatologen schlagen Alarm - vernachlässigte Haut im Schatten von Corona

Zuviel Sonne ist bekanntlich nicht gut für unsere Haut. Zuviel Schatten allerdings auch nicht. Vor allem dann, wenn im Schatten der Corona-Krise den Erkrankungen der Haut kein sonderliches Augenmerk geschenkt wird. Wie in vielen anderen Bereichen in der Medizin war der Betrieb auch in der Dermatologie wochenlang stark eingeschränkt. Viele Menschen trauten sich nicht mehr, Ambulanzen oder Ordinationen aufzusuchen. Bzw. war es auch fast unmöglich bei niedergelassenen Dermatologen einen Termin für eine Krebsfrüherkennung zu bekommen.
Das sollte sich nun rasch nachgeholt werden, wie der Hautarzt Klemens Rappersberger, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie (ÖGDV), erklärt. Denn sowohl beim Melanom als auch beim weißen Hautkrebs kkommt der Früherkennung eine wesentliche Bedeutung zu.
Nun habe man - im Vergleich zum Vorjahr - eine Verzögerung von fast zwei Monaten zu verzeichnen. Dies bedeute eine Zunahme von Tumoren in fortgeschrittenem Stadium, die einen Krankenhausaufenthalt erfordern.
Klemens Rappersberger: "Unsere Hautvorsorge-Untersuchungen waren in den letzten Jahren so erfolgreich, wir dürfen diesen Erfolg jetzt nicht aufs Spiel setzen".
Auch für all jene Personen, die an einer chronisch entzündlichen Hauterkrankung leiden, wie Neurodermitis oder Psoriasis, waren die letzten Wochen von Unsicherheit geprägt. Schließlich müssen die Betroffenen Medikamente einnehmen, die die Immunabwehr schwächen. Viele waren sich nun, angesichts von COVID-19, nicht sicher, ob sie die Präparate nun weiter einnehmen sollen. Experten raten jedoch davon ab, entzündungshemmende Substanzen wie Cortison oder Biologika auszusetzen, um kein Aufflammen der Hauterkrankung zu riskieren.
Höchste Zeit also, wieder die dermatologische Praxis aufzusuchen, meint auch Gabriele Schranz, die als Obfrau der Psoriasis-Selbsthilfegruppe PSO Austria als Anlaufstelle für Betroffene agiert. Denn die Schuppenflechte geht auch mit Veränderungen der Gelenke und innerer Organe einher und bedarf einer regelmäßigen Kontrolle.
In der aktuellen Ausgabe des Radiodoktors holt Ronny Tekal mit seinen Gästen die Haut wieder ans Licht und gibt hautdienliche Hinweise zum Start in den Sommer.


Moderation: Dr. Ronny Tekal
Redaktion: Dr. Christoph Leprich

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Service

Sendungsgäste am Telefon:

Univ.- Prof. Dr. Klemens Rappersberger,
Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten
Leiter der dermatologischen Abteilung Krankenanstalt Rudolfstiftung (Klinik Landstraße)
Präsident der ÖGDV (Österreichische Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie)
Homepage

Gabriele Schranz
Obfrau Psoriasis Hilfe Österreich PSO-AUSTRIA
Homepage


Weitere Anlaufstellen und Infolinks:

Psoriasis-Hilfe PSO Austria

Österreichische Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie

Verein Chronisch Krank - Selbsthilfe-Netzwerk

Hautärzte schlagen Alarm - Pflege Professionell

Neurodermitis - was ist das?l

Hautkrebs Früherkennung (Krebshilfe Österreich)


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