Musikalische Interaktion in digitalen Räumen

Parallelwelten
Zwei von Volkmar Klien initiierte Projekte musikalischer Interaktion in digitalen Räumen. ‚Sometimes a Thousand Twangling Instruments' und ‚Ersatzhandlungen ohne Körperkontakt' präsentieren sehr unterschiedliche Zugänge zu gemeinsamer Klang- und Musikgeneration entkoppelt von realer, physischer Interaktion.

Sometimes a Thousand Twangling Instruments und Strolling through parallel worlds von Volkmar Klien in Kooperation mit Momus Collection, Polygonal Mind & Snark.art.

Benannt nach einer Zeile aus Shakespeares The Tempest, ist ‚Sometimes a Twangling Instruments' (SaTTI) ein wirklich offenes Kunstwerk von Volkmar Klien in Zusammenarbeit mit der Block-Chain basierten Kunstproduktionsplattform Snark.art. SaTTI besteht aus 2000 individuellen, jeweils mit einzelnen Sounds verbundenen Bildern für die sie als visuelle Bezugspunkte dienen. Jedes dieser Ton-Bild-Paare bzw. Klang-Grafiken wurden auf der Etherum-Blockchain als ERC-721-Tokens gemünzt und sind somit digitale Originale.
Mit Hilfe einer von snark.art entwickelten App können Sammlerinnen und Sammler SaTTI erforschen, die Klang-Grafiken kollagieren und so neue musikalische Arrangements und Neukompositionen im Rahmen von ‚Sometimes a Thousand Twangling Instruments' schaffen.

Für die Ö1 Kunstradioversion "Sometimes a Thousand Twangling Instruments - Strolling through parallel worlds" laden wir Menschen ein, gemeinsam die Ausstellung der MOMUS-Sammlung zu erkunden. Die Klangerlebnisse der einzelnen BesucherInnen werden in Echtzeit in ein Stereo-Radiosignal gemischt und im Ö1 Kunstradio sowie on line ausgestrahlt.

Ersatzhandlungen ohne Körperkontakt. Musizieren in Quarantäne.
Ein Projekt musikalischer Substitution von Paquito Chiti, Martina Claussen, Isabella Forciniti, Volkmar Klien, Tobias Leibetseder, Michael Mikolasek, Kamran Moharramzadeh, Katharina Roth, Astrid Schwarz und Peter Trabitzsch.

Geplant war für das Sommersemester, sich im Rahmen des Seminars der Kompositionsklasse von Volkmar Klien an der Anton Bruckner Privatuniversität mit der Rolle von Technologie auf die kompositorische Arbeit und den Werkbegriff zu beschäftigen. Die Maßnahmen zur Eindämmung des Corona Virus, die persönliche Treffen oder gemeinsame Proben gänzlich verunmöglichten, spitzten diese Vorgabe noch weiter zu.
In einer Welt, in der Kommunikation außerhalb des eigenen Wohnungsverbundes praktisch nur mehr in Form von Telepräsenz stattfindet, ereignet sich gemeinsames Musizieren in Medienräumen. Dort kann man, ortsunabhängig, von überall und mit allen zusammenkommen und doch bleibt das Medium, die Fernmeldetechnik zwischen menschlichen Körpern als Ermöglichung dieser Kommunikation, stets undurchdringliche Membran. Sie erlaubt gemeinsames Musizieren in Quarantäne, erlaubt Ersatzhandlungen ohne Körperkontakt und Ansteckungsgefahr, wird aber gerade in diesen Ersatzhandlungen selbst thematisch.
Das Ohr ist schnell und das Netz oft langsamer als es scheint. Und: Können sich Seelen ganz ohne Körper wirklich berühren?

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