Großglockner Hochalpenstraße

APA/AFP/ALEXANDER KLEIN

Propaganda und Prioritäten

Verkehr und Infrastruktur in Österreich.
Gestaltung: Andreas Wolf

Im Vergleich zu anderen westeuropäischen Staaten galten das Habsburgerreich und später lange Zeit auch die Republik als wirtschaftlich rückständig. Einer der Gründe war die schwierige Topografie. Mit dem Aufkommen der Eisenbahn kam es zu einer Beschleunigung des Güter- und Personenverkehrs. Allerdings bildete der Alpenhauptkamm eine natürliche Barriere zwischen dem Norden und Süden Europas. Mit der Entscheidung die Bahnverbindung Wien -Triest durch die Alpen zu führen sollte erstmals eine leistungsfähige Verkehrsachse im alpinen Gelände entstehen.

Mit der Anlage von Viadukten und Tunnelketten, schuf Carl von Ghega Konstruktionmodelle, die bis heute im Straßen- und Eisenbahnbau Anwendung finden. Ein weiterer Markstein der österreichischen Verkehrsentwicklung war die Eröffnung des Arlberg-Straßentunnels im Jahr 1978. Mit dem fast 14 Kilometer langen Tunnel wurde erstmals eine wintersichere innerösterreichische Verbindung zwischen Tirol und Vorarlberg realisiert.

Ganz andere Ziele verfolgte man hingegen mit dem Bau der Großglockner Hochalpenstraße und der Wiener Höhenstraße in den 1930er-Jahren. Neben Propagandazwecken dienten die Projekte vor allem zur Eindämmung der Arbeitslosigkeit. Als Sinnbild des österreichischen Wiederaufbaues während der Nachkriegszeit gilt das Speicherkraftwerk Kaprun. Begonnen wurde der Bau allerdings bereits während der NS-Zeit. Auf dem Denkmal für die 134 während der Bauarbeiten ums Leben gekommen Menschen steht: "Aus Arbeit und Opfer ein Werk".

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