Sperrstundenschild in einem Wirtshaus

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Punkt eins

Wer rettet das Wirtshaus?

Jetzt stehen die Bürger:innen selbst hinter der Schank. Gäste: Johannes Brandl, Geschäftsführer der SPES - Studiengesellschaft für Projekte zur Erneuerung der Strukturen; Heidemarie Silber, Bürgermeisterin der Gemeinde St. Oswald bei Haslach. Moderation: Andrea Hauer. Anrufe 0800 22 69 79 | punkteins(at)orf.at

In den letzten fünfzehn Jahren hat in Österreich jedes dritte Wirtshaus zugesperrt. Der Trend dürfte sich fortsetzen. Im burgenländischen Bezirk Oberpullendorf hat ein Drittel der Ortschaften nicht mehr, was man eine "traditionelle Gaststätte" nennt: ein "gemütliches" Lokal mit "bodenständiger" Küche, Stammtisch und Allerweltsgeplauder.

Oft gehen die Betreiber in Pension und haben niemanden, der ihnen nachfolgen will. Oft hören sie auf, weil es sich "nicht mehr lohnt" oder ihnen die Arbeit über den Kopf wächst. Auch Personalnot, steigende Kosten und die anhaltende Teuerung spielen eine Rolle. Manchmal bleiben schlichtweg die Gäste weg.

Einige Gemeinden schreiten zur Selbsthilfe. Sie gründen Genossenschaften: Bürgerinnen und Bürger kaufen Anteilsscheine und packen mit an - kaufen ein leerstehendes Gebäude und helfen bei Renovierung, Umgestaltung und Führung des neuen Betriebes. Manche stehen schließlich selbst beim Zapfhahn oder servieren das Schnitzel.

Ist das die Zukunft des typisch österreichischen Beisls? Warum können, Ihrer Meinung nach, viele Gasthäuser nicht mehr bestehen? Wie wichtig ist Ihnen, dass Ihre Gemeinde zumindest noch eines zu bieten hat? Was bedeutet Ihnen das Wirtshaus? Wie oft sind Sie dort anzutreffen? Was tun Sie, wenn es fehlt?

Andrea Hauer spricht mit dem Regionalentwickler Johannes Brandl, der Gemeinden in Sachen Wirtshausbelebung berät, und mit Heidemarie Silber, der Bürgermeisterin von St. Oswald bei Haslach. Der Ort nahe der oberösterreichisch-böhmischen Grenze konnte im Juni 2025 den "Steilstufenwirt" eröffnen - mit großem Einsatz der Einheimischen, auch mit Zögern und Zweifeln. Rufen Sie uns an und reden Sie mit, unter 0800 22 69 79 oder punkteins(at)orf.at.

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