Personenkontrolle

APA/HANS KLAUS TECHT

Logos - Glauben und Zweifeln

Was sollen wir opfern in Zeiten der Corona-Angst?

"Die infizierte Gesellschaft". Wann ist es sinnvoll Opfer zu bringen und wo hat das seine Grenzen?

Zeiten der Krise sind auch Zeiten, auf die Menschen mit ganz unterschiedlichen Reaktionsmustern antworten. Im ersten Schock entsteht verständlicherweise ein großes Bedürfnis nach Sicherheit, Orientierung und Führung. Die meisten Menschen tendieren dazu, ihre autonomen Freiheiten und ihre kritische Haltung zu opfern und sich widerstandslos den von der Regierung, Gesundheitsbehörden und der Exekutive angeordneten Einschränkungen der Bürgerrechte zu beugen. Die von oben verordneten Zwangsmaßnahmen werden gegen das Versprechen einer am Ende erlösenden Rettung eingetauscht. Das Motto lautet: Ich opfere und rette Leben. Das erscheint logisch und wird mit dem Gestus der Alternativlosigkeit vertreten. Kritik am Ausmaß und der Tragweite der Maßnahmen erscheint auf diesem Hintergrund als gemeingefährlich oder gar "Vaterlandsverrat". Wie schnell eine vernünftige Schutzhaltung pervertiert werden kann, zeigt sich, wenn jede Art von echtem, aber auch vermeintlichem Abweichlertum bestraft wird. Das geht in manchen Fällen bis zu einem gehässigen Denunziantentum von Aufpassern aus dem Volk, die von einem bekannten österreichischen Chefredakteur "Corona-Blockwarte" genannt werden.

Es geht also um die Frage der Güterabwägung und der Verhältnismäßigkeit. Ist Gesundheit immer und unter allen Umständen das Wichtigste? Müssen wir der Gesundheit alles opfern? Auch wenn es beispielsweise bedeutet, einsame, leidende und sterbende Menschen aufgrund von Besuchsbeschränkungen in ihren letzten Stunden allein zu lassen?
Sollen wir unsere Privatsphäre opfern, indem wir im Namen der Gesundheit dem Staat erlauben, alle Bürgerinnen und Bürger per Handy-Tracking-Software zu überwachen?
Wie lange sollen wir unsere sozialen Beziehungen, unsere öffentlichen kulturellen und religiösen Praktiken einschränken, weil auch nach dem Abflauen der Pandemie in Österreich ein Restrisiko lange nicht ausgeschlossen werden kann?

In Zeiten einer von Corona-Angst infizierten Gesellschaft geht LOGOS der Frage nach: Wann ist es sinnvoll Opfer zu bringen und wo hat das seine Grenzen?

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