Kirchen in Deutschland, Indigene in Kolumbien, Caritas-Weltverband

Kirchen in Deutschland verlieren immer mehr Mitglieder +++ Indigene in Kolumbien leiden dramatisch unter Corona +++ Caritas-Weltverband warnt vor Coronavirus-Gefahr in Rohingya-Lagern

1. Kirchen in Deutschland verlieren immer mehr Mitglieder

Immer mehr Menschen treten in Deutschland aus den Kirchen aus. Im vergangenen Jahr verloren Katholiken und Protestanten zusammen mehr als eine halbe Million Mitglieder.
Nach den neuesten, am 26. Juni, veröffentlichten Zahlen gibt es im mit über 83 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichsten EU-Land noch 22,6 Millionen Katholiken und 20,7 Millionen Protestanten. Das entspricht zusammen 52 Prozent der Gesamtbevölkerung. Um die Jahrtausendwende waren es noch rund 65 Prozent.
Und das Tempo des Mitgliederschwunds beschleunigt sich. Bei den Katholiken traten 2019 26 Prozent mehr aus als im Jahr davor. Bei den Protestanten waren es rund 22 Prozent mehr.
Die Kirchen finanzieren sich in Deutschland zum größten Teil aus der Kirchensteuer, die je nach Bundesland 8 bis 9 Prozent der Einkommenssteuer beträgt. Wegen der Corona-Pandemie und der damit einhergehenden Rezession erwarten die Kirchen einen massiven Einnahmerückgang.


2. Indigene in Kolumbien leiden dramatisch unter Corona

Der austro-brasilianische Bischof Erwin Kräutler hat es drastisch formuliert: Er befürchtet, dass durch die Corona-Pandemie in Lateinamerika ganze indigene Völker ausgelöscht werden könnten. Ihr Immunsystem kommt mit dem Erreger besonders schlecht zurecht, zudem macht die fehlende Infrastruktur medizinische oder Hygienemaßnahmen über weite Strecken unmöglich. Viele Berichte gibt es immer wieder aus Brasilien. Aber auch in Kolumbien ist die Situation dramatisch. - Gestaltung: Brigitte Krautgartner


3. Caritas-Weltverband warnt vor Coronavirus-Gefahr in Rohingya-Lagern

Der Weltcaritas-Dachverband "Caritas Internationalis" hat angesichts der Corona-Pandemie auf prekäre hygienische Verhältnisse in den Rohingya-Flüchtlingslagern in Bangladesch hingewiesen. Die Menschen müssten in überfüllten Behelfsunterkünften hausen und Gemeinschaftslatrinen benutzen. Mehr als 740.000 Angehörige der muslimischen Rohingya-Minderheit waren 2017 von der Armee Myanmars gewaltsam vertrieben worden.
Offiziell sind bislang in den Lagern 45 Covid-19-Fälle registriert worden, vier Infizierte sind gestorben. Die Dunkelziffer ist aber vermutlich deutlich höher.

Moderation: Martin Gross

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