Der Baikalsee in Sibirien.

APA/HARALD KRACHLER

Spektakuläre Natur, Mythen und Umweltsorgen.

Der Baikalsee in Sibirien

Er ist mythenumwoben, von Schamanen geschätzt und in vielerlei Hinsicht Rekordinhaber: Der Baikalsee in Ostsibirien. Er ist der älteste (25 Millionen Jahre) und der tiefste (1642 Meter) Süßwassersee der Welt und enthält 20 Prozent der globalen flüssigen Süßwasserreserven. Hunderte Flüsse und Bäche speisen den See, den Besucher vor allem wegen seiner Schönheit schätzen. Wie ein Meer liegt er da inmitten zahlreicher Gebirgszüge, die bis zu 3.000 Meter hoch ansteigen.

Zahlreiche endemische Tier- und Pflanzenarten bevölkern die Region, Gäste halten insbesondere nach der Baikal-Robbe Ausschau, der einzigen Süßwasserrobbe der Welt. Wandern und Campen sind in der Region sehr beliebt. Seit 2003 arbeitet die - inzwischen auch von staatlicher russischer Seite unterstützte - Organisation "Der Große Baikalweg" am Aufbau einer entsprechenden Infrastruktur. 500 Kilometer Wanderwege sind bereits angelegt und werden regelmäßig überprüft, 2.000 sollen es auf jeden Fall werden.

Freiwillige aus allen Teilen der Welt helfen dabei mit. Denn rücksichtsloser Tourismus stellt neben Industrie, Waldbränden und genereller Umweltverschmutzung eine große Bedrohung für das Gebiet dar, das 1996 in die Liste des UNESCO-Weltnaturerbes aufgenommen wurde. Das Thema Umweltschutz wurde bereits in den 1970er Jahren, also noch zu Sowjetzeiten, von sibirischen Aktivisten und Schriftstellern wie Valentin Rasputin aufgegriffen.

So behandelte er in einem seiner Romane den Staudammbau und die damit verbundene Überflutung zahlreicher Dörfer. Im Zuge dieser Großprojekte wurde ein mit hohem technischem Aufwand errichteter Trakt der Transsibirischen Eisenbahn außer Betrieb genommen. Heute wird er als Touristenstrecke genutzt. Ebenfalls besuchen kann man die Angara, einen Eisbrecher, der Anfang des 20. Jahrhunderts im Einsatz war. Olchon ist die einzig bewohnte Insel im Baikalsee.

Von der Stadt Irkutsk aus fahren Marschrutkas (Minibusse) durch die Steppen- und Berglandschaften Richtung Norden, per Fähre gelangt nach Olchon, wo es nur mehr Schotter- und Lehmpisten gibt. Erst 2005 wurde die Insel ans Stromnetz angeschlossen, aber noch suchen viele, die dorthin fahren, ohnehin Natur, Ruhe und den berühmten Schamanenfelsen.

Gestaltung: Brigitte Voykowitsch
Redaktion: Ursula Burkert

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Bodo Thöns, Sibirien, Trescher Verlag 2016


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