Holzmarkt in Berlin.

AFP/AXEL SCHMIDT

Spielwiesen statt Betonwüste

Wie Freiräume neue Stadtkonzepte formen
Von Paul Lohberger

Wem gehört der Park? Den Jugendlichen, den älteren Leuten oder den Obdachlosen, die im Sommer dort übernachten? Und was wollen wir auf der Straße? Mehr Schanigärten oder Parkplätze? Jedenfalls war die Straße immer schon ein Ort der Repräsentation - für Machthaber, für Flaneure und auch für Proteste. Vor über 30 Jahren brachte die Loveparade die Clubkultur auf die Straßen Berlins. Das ist Geschichte, aber die Idee lebt weiter. In den weitläufigen Strukturen von Berlin entfalteten sich alternative Stadtnutzungen lange Zeit sehr ungestört. Immobilien-Investoren werden daher als besonders störend empfunden.

Als Gegenentwurf zur dichten Bebauung, die maximalen Profit verspricht und wenig öffentlichen Raum zum Leben lässt, dient auch das Holzmarkt-Areal zum Wohnen und Arbeiten. Es bietet einen Freiraum, der allen offen steht. - In Wien wurde vor 20 Jahren das Museumsquartier bewusst als urbane Lounge geschaffen. Ein Raum, der seine Funktion erst entwickeln sollte. Könnte das Freiheit bedeuten?

Service

Florentina Hausknotz: Stadt denken. Über die Praxis der Freiheit im urbanen Zeitalter; transcript Verlag

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