Revolutionäre Rauchzeichen

Ein Sommer voller Museen in Österreich 1

Museum Niederösterreich

Mitten im jungen Kulturbezirk St. Pölten steht das Museum Niederösterreich. Das moderne Gebäude bietet Platz für das "Haus für Natur" und - seit dem Jahr 2017 - auch für das "Haus der Geschichte".

Christian Rapp ist der wissenschaftliche Leiter des Hauses der Geschichte. Er führt in eine Nische der Dauerausstellung zu kleinen Objekten in einer Vitrine: Es sind zehn Zentimeter große Pfeifenköpfe aus Porzellan vom März 1848. Darauf zu sehen sind Fahnen, uniformierte Menschen mit Schwertern - deutliches Erkennungszeichen für die Mitglieder der Akademischen Legion, einer Studentenverbindung. Sie haben sich selbst bewaffnet und revoltierten gegen das politische System. Die Pfeifenköpfe sind Symbol des Widerstands, weil auch das Rauchen in der Öffentlichkeit streng geahndet wurde.

Im "Haus für Natur" hingegen konnte ein vom Aussterben bedrohtes Tier wieder angesiedelt werden: der Habichtskauz. Ronald Lintner, der wissenschaftliche Leiter, ist stolz darauf, dass sich der Habichtskauz durch das österreichweite Förderprogramm auch in Niederösterreich, genauer gesagt im Biosphärenpark Wienerwald und im Wildnisgebiet Dürrenstein, zuletzt wieder vermehrtWenn auch der im Haus für Natur ausgestellte Habichtskauz ausgestopft ist, so zeigt das Museum auch lebendige Tierarten - Fische, Amphibien, Reptilien und Insekten - denn das Museum hat eine Zoolizenz.

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Museum Niederösterreich
Kulturbezirk 5, 3100 St. Pölten

Objekt: Pfeifenköpfe aus Porzellan mit Motiven der Studentenrevolution 1848

Service

Museum Niederösterreich

Anhand von jeweils einem besonderen Objekt aus der Sammlung werden in dieser Sendereihe ausgewählte Museen auf Ö1 vorgestellt. Die insgesamt fünfzig Beiträge ergeben bis Ende September 2020 ein sommerliches Puzzle der Kultur-, Natur- und Kunstgeschichten Österreichs.

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