Schulschild, rundes Fenster

APA/BARBARA GINDL

Was ist Bildungsgerechtigkeit?

Zwischen Utopie, erfüllbarem Anspruch und Realität - über die Frage nach einem gerechten Bildungssystem und die Suche nach Antworten.
Gäste: Dr. Lorenz Lassnig, Soziologe, Bildungsforscher, Forschungsgruppe in_Equality and Education (EQUI) am Institut für Höhere Studien IHS, Wien und Dipl.-Päd. Gerda Reissner, Lehrerin an der Neuen Mittelschule Schopenhauerstraße, Wien.
Moderation: Barbara Zeithammer.
Anrufe kostenlos aus ganz Österreich unter 0800 22 69 79
E-Mails an punkteins(at)orf.at

Das Schulsystem scheint unglaublich ungerecht; die Bildungspolitik untergräbt den demokratischen Aspekt und die dringend notwendige Diskussion darüber, was Bildungsgerechtigkeit ist, wird in Österreich nicht geführt, sagt Lorenz Lassnig, Bildungsforscher am Institut für Höhere Studien (IHS).

Wenn ab Freitag, 3. Juli, das Schuljahr endet und die Ferien beginnen, wird die Ungleichheit im Bildungssystem, die in den Monaten der Pandemie gestiegen ist, noch deutlich zunehmen, prognostizieren Forscher*innen. Die jüngsten politischen Maßnahmen wie Deutschklassen, verpflichtende Ziffernnoten, die Stärkung der Sonderschulen oder auch Aussagen wie jene der Integrationsministerin Susanne Raab (ÖVP), dass Kinder mit einer anderen Umgangssprache als Deutsch, kein Teil der österreichischen Gesellschaft seien, verschärfen die Polarisierung. Die Neue Mittelschule, die Idee der Gesamtschule - vor allem Eltern mit akademischem Abschluss plädieren beim eigenen Kind für den Besuch des Gymnasiums.

Gerda Reissner unterrichtet an der Neuen Mittelschule Schopenhauerstraße im 18. Bezirk in Wien. Fast 100 Prozent der Kinder dort haben einen Migrationshintergrund. Was die Schülerinnen und Schüler bei ihr lernen sollen, ist etwas fürs Leben: Selbstwert und Selbstkompetenz.

Die Fakten sind unbestritten - und das nicht erst seit PISA. In keinem anderen Land der EU hängt der Bildungserfolg derart stark vom Bildungsniveau und dem sozioökonomischen Status der Eltern ab, wie in Österreich (Monitor für allgemeine und berufliche Bildung 2017 der EU Kommission). In einem Sonderbericht der OECD zur Bildungsgerechtigkeit aus dem Jahr 2018 heißt es: viele benachteiligte Schülerinnen und Schüler sind in benachteiligten Schulen konzentriert; um ihnen zu helfen, wird zu wenig getan und der Hebel für mehr Bildungsgerechtigkeit müsste bereits weit früher angesetzt werden.

Aber was ist eigentlich Bildungsgerechtigkeit? Und wer definiert, was darunter verstanden wird oder werden soll? Wann ist Bildungsgerechtigkeit erreicht - wenn Chancengleichheit herrscht? Oder wenn alle Kinder jenes Mindestmaß an Bildung erreichen, dass es ihnen ermöglicht, erfolgreich am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben? Und inwieweit kann ein besseres Verständnis der Diskurse um Bildungsgerechtigkeit zu einer fortschrittlichen Bildungspolitik beitragen?

Gerda Reissner und Lorenz Lassnig machen sich als Gäste von Barbara Zeithammer und gemeinsam mit den Hörerinnen und Hörern von Punkt eins auf die Suche nach Antworten auf die Frage, was Bildungsgerechtigkeit ist oder sein kann.

Wie immer freut sich die Redaktion über rege Teilnahme an der Debatte unter 0800 22 69 79 - kostenfrei aus ganz Österreich - oder Sie schreiben ein E-Mail an punkteins(at)orf.at

Sendereihe

Playlist

Untertitel: Jack Black
Titel: We're Going to Be Friends
Ausführende: The White Stripes
Länge: 02:22 min
Label: Universal

Untertitel: James Warren
Titel: Everybody's Got to Learn Sometime
Ausführende: Jessica Gall
Länge: 02:39 min
Label: Warner Bros

Untertitel: Roger Waters
Titel: Another Brick In the Wall
Ausführende: Pink Turtle
Länge: 01:10 min
Label: Seems So Record

weiteren Inhalt einblenden