Mann betet vor Gedenkgräbern in Sreberenica

AP/KEMAL SOFTIC

Spanien, Srebrenica, Polen, Litauen

Spanien: Der Tourismussektor wartet auf die Gäste aus dem Ausland +++
Srebrenica: Die Schande Europas ist auch 25 Jahre nach dem Massaker nicht aufgearbeitet +++ Polen: Ein gespaltenes Land sucht einen gemeinsamen Präsidenten +++ Litauen: Ein künstlicher Strand spaltet das Land
Moderation: Markus Müller-Schinwald

Spanien, Srebrenica, Polen, Litauen

Spanien: Der Tourismussektor wartet auf die Gäste aus dem Ausland
Entscheidende Wochen stehen für die Zukunft Spaniens bevor: Premierminister Pedro Sánchez bemüht sich in Abstimmung mit seinen Amtskollegen in Italien und Portugal um einen möglichsten großen Anteil der EU-Hilfe für den Wiederaufbau nach der Corona-Krise. Die drei südeuropäischen Länder waren schon vor der Pandemie von hohen Staatsschulden geplagt - den Wiederaufbau werden sie nur mit finanzieller Hilfe der EU schaffen. Josef Manola beschreibt, wie Spaniens Tourismusbranche versucht, den Weg aus der Krise zu finden.

Srebrenica: Die Schande Europas ist auch 25 Jahre nach dem Massaker nicht aufgearbeitet
Im Juli vor 25 Jahren fand in der ostbosnischen Stadt Srebrenica das größte Kriegsverbrechen seit dem Zweiten Weltkrieg statt. Einheiten der selbst ausgerufenen serbischen Teilrepublik ermordeten mehr als 8.000 Männer, die internationalen Friedenstruppen sahen tatenlos zu. Bis heute werden in den Wäldern rund um die Stadt die Überreste der Leichen gefunden, auch politisch sind die Morde in Srebrenica und anderen Orten in Bosnien nicht aufgearbeitet. Das zeigen die Feiern zum 25. Jahrestag, die am 11. Juli stattfinden. Wie die Menschen in Srebrenica mit den Folgen des Massakers umgehen berichtet Srdjan Govedarica. Dazu, was die internationale Gemeinschaft und die EU tun können, ist Johann Sattler zu Gast, der Leiter der EU-Delegation in Bosnien-Herzegowina.

Polen: Ein gespaltenes Land sucht einen gemeinsamen Präsidenten
Am Sonntag steht Polen vor einer Richtungswahl: Wir die konservativ-nationale Linie der Regierungspartei "Recht und Gerechtigkeit" bestätigt und Amtsinhaber Andrej Duda wiedergewählt? Oder gelingt es dem Herausforderer Rafal Trzaskowski von der bürgerlich-liberalen Bürgerplattform eine Mehrheit zu bekommen, um so die Vorhaben der Regierung zu blockieren oder zumindest abzuschwächen? In letzten Umfragen liegen die beiden Kandidaten gleichauf, die beiden Seiten stehen sich unversöhnlich gegenüber und vor allem die Regierungspartei arbeitet daran, die Polarisierung noch weiter zu vertiefen. Für die Zeit nach der Wahl bedeutet das nichts Gutes, berichtet Jan Pallokat.

Litauen: Ein künstlicher Strand spaltet das Land
30 Jahre nach dem Fall der kommunistischen Regime tun sich viele Länder in Mittel- und Osteuropa schwer mit ihrer Geschichte. Anlass für breite Diskussionen kann schon eine Kleinigkeit sein, etwa die vorübergehende Umgestaltung eines Platzes im Zentrum der litauischen Hauptstadt Vilnius. Dort sollte während des Sommers ein künstlicher Strand eingerichtet werden. Doch schnell regte sich Widerstand, denn hier war früher die Zentrale der ausländischen Geheimdienste. Die zarististische Ochrana, der sowjetische NKWD und die GESTAPO haben an diesem Platz gefoltert und gemordet. Die Diskussion hat alte Wunden geöffnet, welche Rolle verschiedene Teile der litauischen Gesellschaft in den totalitären Regimen gespielt haben, berichtet Markus Nowak

Moderation: Markus Müller-Schinwald

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