Pummerin

APA/GEORG HOCHMUTH

Prägende Klänge

Welchen Beitrag leistet "Sound History" für die Geschichtsforschung? Mit Martin Scheutz, Institut für Österreichische Geschichtsforschung, Universität Wien.
Gestaltung: Rosemarie Burgstaller

Seit rund zwanzig Jahren zeigen sich vermehrt Bemühungen um eine sogenannte "Sound history" oder eine Geschichte des Klanges, welche die traditionelle Geschichtsforschung ergänzen kann. Der boomende Forschungszweig der "Sound history" setzt sich mit dem Klang und der Geschichte des Hörens vor und nach der Edison-Revolution von ca. 1880 auseinander. Klänge, Töne, Geräusche und die daraus bezogenen Erfahrungen prägten die Zivilisationsgeschichte des Menschen mit.

Vor dem breiten Aufkommen von Taschenuhren im 18. Jahrhundert waren Glocken und ihr Schlagen und das dadurch vermittelte Zeitsystem prägend für das Alltagsleben der Menschen. Die ökonomische und soziale Umgebung bestimmte das Hören mit und formte die lokale und regionale Identität. Man fühlte sich einem Glockenklang zugehörig. Die Geräuschkulisse in Stadt und Land war über die Jahrhunderte einem ständigen Transformationsprozess ausgesetzt und spiegelte die technischen Errungenschaften und das politisch-soziale Leben der Zeit wider.

Service

Buchtipps zur Reihe:

Carolyn BIRDSALL, Die urbanen Soundscapes des Luftkrieges. Forschungsperspektive aus Sound Studies, Geschichts- und Medienwissenschaft, in: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 66 (2015) 681-702.

Daniel MORAT/Hansjakob ZIEMER (Hg.), Handbuch Sound. Geschichte - Begriffe - Ansätze (Stuttgart 2018).

Jürgen MÜLLER, "The Sound of Silence". Von der Unhörbarkeit der Vergangenheit zur Geschichte des Hörens, in: Historische Zeitschrift (2011) 1-29.

Peter PAYER, Der Klang der Großstadt. Eine Geschichte des Hörens. Wien 1850-1914 (Wien 2018).


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