Schröpfköpfe

KNAPPENWELT GURGTAL

Heilung nach der Säftelehre

Ein Sommer voller Museen in Österreich 1

Die Heilerin vom Gurgltal

Das Gurgltal im Tiroler Oberland war einst eines der bedeutendsten Bergbaugebiete Tirols. In der Knappenwelt in Tarrenz, einem
originalgetreu nachgebauten spätmittelalterlichen Bergbaubetrieb, kann man die Arbeit und das Leben der Bergknappen nachempfinden. Im Jahr 2008, als die Knappenwelt eröffnet wurde, wurde durch Zufall in der Nähe ein Grab aus dem 17. Jahrhundert gefunden. Das Grab werfe viele Fragen auf, sagt Alrun Lunger, die Geschäftsführerin der Knappenwelt, etwa nach den wertvollen Grabbeigaben.

Darunter sind auch fünf Schröpfköpfe aus geripptem Buntmetall, die im Grab gefunden wurden. Die Technik des Schröpfens diente dem Abziehen schlechter Säfte aus dem Körper und wurde schon 3.300 vor Christus in Mesopotamien angewendet. Es gibt durch die Jahrhunderte archäologische Funde von Schröpfköpfen, die meist jedoch aus Glas gefertigt worden. Aus dem 17. Jahrhundert gibt es aber weniger Funde. Deshalb sind die besonders schönen Schröpfköpfe aus Buntmetall aus Tarrenz etwas Besonderes.

Hilfe beim Zusammensetzen des Puzzles der "Heilerin vom Gurgltal" bietet ein Dokumentarfilm in der Ausstellung, an dem die Bevölkerung von Tarrenz zahlreich mitgewirkt hat.

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Gestaltung: Sonja Bettel

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Die Heilerin vom Gurgltal / Knappenwelt Tarrenz
Tschirgant 1, 6464 Tarrenz

Objekt: Schröpfköpfe aus geripptem Buntmetall

Service

Die Heilerin vom Gurgltal

Anhand von jeweils einem besonderen Objekt aus der Sammlung werden in der Radioserie Das Objekt der Begierde ausgewählte Museen auf Ö1 vorgestellt. Die insgesamt fünfzig Beiträge ergeben bis Ende September 2020 ein sommerliches Puzzle der Kultur-, Natur- und Kunstgeschichten Österreichs.

Sendereihe

Gestaltung

  • Sonja Bettel