Helga Rabl-Stadler

APA/BARBARA GINDL

Helga Rabl-Stadler über 100 Jahre Salzburger Festspiele

"Mit Kunst aus der Krise". Von Helga Rabl-Stadler, Präsidentin der Salzburger Festspiele

Systemrelevant als Sinngeber und als Arbeitgeber, so könnte man die Festspiele in den 100 Jahren ihres Bestehens beschreiben.

Max Reinhardt war nicht nur ein Bühnenvisionär, er war auch ein Marketinggenie. Um seine Idee von Festspielen in Salzburg durchzusetzen, versprach er zum künstlerischen Sinn auch ökonomischen Nutzen: Und er verlieh - so seine eigenen Worte - "seiner Überzeugung Ausdruck, dass die Salzburger Festspiele in vielerlei Hinsicht die Wirkungssphäre von Bayreuth und München noch überbieten könnten."

Ja, Max Reinhardt schwärmte gar "vom unversieglichen Strom wohlhabender Reisender." Für die vom Hunger und Not nach dem 1. Weltkrieg geplagten Salzburger war das eher eine Drohung. Sie fürchteten, dass die Touristen ihnen das knappe Brot wegessen würden. Reinhardt und sein kongenialer politischer Partner, der damalige Landeshauptmann Franz Rehrl, hingegen sahen die Chance, dass der Tourismus der Region Brot und Wohlstand bringen würde. Sie sollten in einem Maße Recht bekommen, das sich damals keiner vorstellen konnte.

Heute sind die Festspiele auch ökonomischer Motor der Region. Sie sichern in Österreich insgesamt 3400 Arbeitsplätze, davon allein 2800 in Salzburg. Und wir beschäftigen selbst ganzjährig 220 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sowie in normalen Sommern gar über 3000.

Als das oft so übervolle Salzburg durch Corona zur Geisterstadt wurde, war die Angst fast zum Greifen, dass auch die Festspiele als Wirtschaftskraft ausfallen könnten. Wenn Intendant Hinterhäuser und ich jetzt durch Salzburg gehen, ruft uns so mancher zu: "Super, dass ihr spielt! Danke, dass es die Festspiele gibt." Wir freuen uns mit über diesen wirtschaftlichen Beweis, dass Kunst uns aus der Krise führen kann.

Service

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Sendereihe

Gestaltung

Übersicht

Playlist

Komponist/Komponistin: Robert Schumann/1810 - 1856
Titel: Drei Romanzen für Oboe und Klavier op.94
* Nicht schnell (00:03:21)
Solist/Solistin: Ricardo Requejo /Klavier
Solist/Solistin: Ingo Goritzki /Oboe
Länge: 02:00 min
Label: Claves 508201

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