Von Aufdeckern und Wurstsemmeln

#doublecheck zieht eine Zwischenbilanz der Berichterstattung über den Ibiza-Untersuchungsausschuss.
Moderation und Gestaltung: Rosanna Atzara, Nadja Hahn und Stefan Kappacher

Hickhack, Wirbel, Aufregung - wenn Schlagzeilen der Medien zum Ibiza-Untersuchungsausschuss so beginnen, dann klappt das Publikum schnell die Ohren zu. Man müsse stattdessen Geschichten aus dem Ausschuss erzählen, und von denen gebe es viele, sagt "Falter"-Chefredakteur Florian Klenk. Etwa über das beschlagnahmte Strache-Handy und die Ermittler, die sich wie Archäologen in die Speicher hineingraben. Oder über den Novomatic-Chef - einen Fleischhauer-Sohn, der mit Flipperautomaten im Prater angefangen habe, zum Milliardär geworden sei und jetzt mit der Republik spiele. Da würden die Leute die Ohren spitzen, das sehe man an den Zugriffszahlen. Dass in Österreich oft Banalitäten wie eine Wurstsemmel, die während einer Sitzung verzehrt wurde, im Vordergrund stehen, das wird in Deutschland mit Kopfschütteln aufgenommen. Die Ibiza-Aufdecker von der "Süddeutschen Zeitung" beobachten das genau.

Wenn Peter Pilz die Seiten wechselt

Auch Peter Pilz, Ex-Abgeordneter mit 30-jähriger U-Ausschuss-Erfahrung, beobachtet die Befragungen. Die kompletten Akten des Untersuchungsausschusses hat er auf seinem Computer. Genau genommen lässt Pilz beobachten, denn er hat ein eigenes Medium, dessen Herausgeber er ist. Zackzack.at ist ein Online-Magazin, das mit Corona-Berichten Auftrieb bekommen hat und große Pläne wälzt. Geldsorgen hat man keine, weil noch Akademieförderung der ehemaligen Parlamentspartei um Peter Pilz übrig ist. Demnächst will "Zackzack" aber beginnen, Werbung zu verkaufen, und ein Forum starten.

Wenn der Mäzen nimmt anstatt zu geben

Diese Woche hat der Red-Bull-Erfinder und Milliardär Dietrich Mateschitz das Aus für die seit knapp drei Jahren bestehende Recherche-Plattform "Addendum" verkündet. Mateschitz hatte das aufwändige Projekt finanziert, das sich niemals rechnen hätte können. Über die Beweggründe der Einstellung jetzt wird gerätselt, Mateschitz ließ aber schon ein neues journalistisches Projekt "jenseits der politischen Alltagsauseinandersetzungen" ankündigen. Erste Mitarbeiter dafür hat er schon angeheuert, alles unter strikter Geheimhaltung, versteht sich.

Wenn die Maschine die Nachrichten macht

Maschinelle Hilfe ist aus dem Journalismus nicht mehr wegzudenken. Programme schreiben automatisierte Texte, verknüpfen Wort und Bild, Algorithmen platzieren Nachrichten, Daten liefern Stoff für Geschichten. Können News Programme Journalisten ersetzen? Was bedeutet das für die Qualität? Und wie weit sind wir in Österreich? #doublecheck hat nachgefragt.

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