Junge Steinkäuze sitzen auf einem Ast.

JOSEF STEFAN

Die Eule der Streuobstwiesen

Der Landschaftsökologe Frank Grinschgl spricht über Bemühungen zur Teil 3: Bedroht durch Marder und Modernisierung.
Gestaltung: Sonja Bettel

Der Steinkauz ist eine kleine Eulenart, die alte Streuobstwiesen liebt. Dort jagt er von den Bäumen aus auf Insekten, kleine Eidechsen, Frösche und Mäuse und brütet in Löchern der Stämme. Weil alte hochstämmige Obstbäume gerodet werden oder Streuobstwiesen ganz aufgegeben oder durch Spalierobst ersetzt werden, verliert der Steinkauz zunehmend seine Tageseinstände und Bruthöhlen. Auch durch die Renovierung von Presshäusern oder Scheunen gehen ihm geschützte Bereiche verloren. Außerdem wird er vom Steinmarder, seinem stärksten Fressfeind, bedroht.

In Niederösterreich wurden deshalb in den vergangenen drei Jahren in seinen Lebensräumen zentrales Mostviertel, Wagram und Weinviertel Obstbäume gepflanzt und mardersichere Nistkästen montiert. Die Kästen werden von ehrenamtlichen Steinkauz-Paten und -Patinnen gesäubert und kontrolliert, damit der Steinkauz in der nächsten Brutsaison nicht von Parasiten oder Feinden bedrängt wird. Das Projekt, das im Rahmen des landwirtschaftlichen Umweltprogramms ÖPUL mitfinanziert wurde, wird nun von der Energie- und Umweltagentur fortgesetzt. Außerdem werden Landwirte, die Streuobstwiesen, Weingärten, Nussbäume oder Presshäuser in diesen Regionen haben, beraten, was sie in ihrem Bereich für den Schutz des Steinkauzes tun können. Bedarf besteht weiterhin, denn der Steinkauz gilt in Niederösterreich immer noch als vom Aussterben bedroht, wenngleich sich seine Bestände durch das Projekt leicht erholt haben.

Service

GESPRÄCHSPARTNER:
DI Frank Grinschgl
Landschaftsökologe
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Steinkauz in Niederösterreich
Niederösterreich soll Steinkauz-Land werden


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