Gerti Drassl

ORF/URSULA HUMMEL-BERGER

Eine Frau auf der Bühne männlicher Kampfzonen

"Der Weibsteufel". Von Karl Schönherr. Mit Gerti Drassl, Hannes Perkmann und Harald Windisch. Musik: Stefan Fraunberger. Ton: Manuel Radinger, Daniel Bren und Anna Kuncio. Bearbeitung und Regie: Ursula Scheidle (ORF/SWR 2019)

Es ist eine Geschichte, die zwischen den Worten ihre Vielschichtigkeit und Komplexität offenlegt: Drei namenlose, typisierte Figuren kämpfen um Status, Anerkennung, Ehre und um bzw. gegen die Bedürfnisse ihrer Sexualität. Ein mittelloses Paar mit unerfülltem Kinderwunsch will durch kriminelle Machenschaften zu Geld kommen, um das Haus am Marktplatz zu kaufen und auf diese Weise in der Mitte der Gesellschaft anzukommen.

Als der Mann erfährt, dass ein Grenzjäger auf sein Weib angesetzt wird, um seiner Hehlerei auf die Schliche zu kommen, verlangt er von seiner Frau, den Spieß umzudrehen und solange mit dem Beamten zu flirten, bis er seine Schmuggelfracht weggebracht hat. Zunächst spielt seine Frau bei seinem Plan mit, bis sie schließlich, mehrfach verraten, zur Einzelkämpferin wird und sich gegen die zwei Männer stellt. Das Stück "Der Weibsteufel" könnte auch den Titel "Das Weibsteufelsystem" tragen, denn es findet auf der Bühne männlicher Kampfzonen und deren Spielregeln statt, in die die Frau zunächst gedrängt wird und sich schließlich daraus befreit ...

Karl Schönherr geboren in Axams, Tirol, war Arzt und Schriftsteller. Zu seinen erfolgreichsten Stücken zählen "Glaube und Heimat" (1910) und "Der Weibsteufel" (1914).

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