Not auf Lesbos

Flüchtlingsleid und schwierige Hilfe in Griechenland +++ Erstkommunion in Zeiten von Corona +++ Kirchenmusik: Singen mit Mundschutz

1. Flüchtlingsleid und schwierige Hilfe in Griechenland

Die Situation an den EU-Außengrenzen ist dramatisch: Auf zahlreichen griechischen Inseln - insbesondere auf Lesbos, aber auch auf Chios, Samos und anderen Inseln - müssen tausende geflüchtete Menschen für unbestimmte Zeit auf den Ausgang ihres Asylverfahrens warten, meist unter verheerenden und menschenunwürdigen Bedingungen. Dabei hat der Winter noch nicht einmal begonnen. Im Mittelmeer sind derzeit weder zivile noch staatliche Rettungsschiffe unterwegs, um Menschen aus Seenot retten zu können. Auch das vom Bündnis United4Rescue auf Initiative der Evangelischen Kirche in Deutschland angekaufte Rettungsschiff Sea-Watch 4 wurde im Hafen von Palermo festgesetzt. Willkür nennt das die Evangelische Kirche in Deutschland, Willkür nennt das auch Philipp Guggenmoos, Erster Offizier an Bord, der mit seiner 16-köpfigen Crew sicherstellt, dass das Schiff einsatzbereit bleibt. Susanne Krischke hat nicht nur mit den Seenotrettern auf der Sea-Watch 4, sondern auch mit Klaus Schwertner, dem geschäftsführenden Direktor der Caritas Wien, der gerade von Lesbos zurückgekehrt ist, gesprochen. Zu Wort kommt auch Heike Zander, Psychologin von "Ärzte ohne Grenzen", die sich derzeit auf Samos befindet. Sie berichten u.a. davon, wie schwierig es derzeit für Hilfsorganisationen ist, vor Ort zu helfen, und wie sehr sie dabei immer mehr an ihre Grenzen stoßen.


2. Erstkommunion in Zeiten von Corona

Gottesdienste sind nicht von den neuen bundesweiten Maßnahmen gegen die Coronavirus-Pandemie betroffen, hat die katholische Nachrichtenagentur Kathpress am Montag berichtet. Die Kirchen in Österreich würden sich bereits freiwillig an die Coronavirus-Regelungen halten, so Bundeskanzler Sebastian Kurz. Bis auf weiteres gelten also für die katholische Kirche weiterhin die von der Bischofskonferenz Anfang Oktober herausgegebenen Regeln zur Feier öffentlicher Gottesdienste, wie beispielsweise eine Maskenpflicht und ein Mindestabstand. Für "religiöse Feiern aus einmaligem Anlass" (z.B. Taufe, Firmung, Erstkommunion und kirchliche Trauung) sind die Erstellung eines Präventionskonzepts und die Bestellung eines Präventionsbeauftragten verpflichtend. Mehr als 8.000 Kinder sind es allein in der Erzdiözese Wien, die in diesen Wochen ihre Erstkommunion feiern beziehungsweise nachholen, denn sie hätte ja ursprünglich schon im Mai und Juni stattfinden sollen. Dazu kommen 6.000 Firmlinge. Nicht alle Diözesen sind begeistert von der Flut an Erstkommunionen und Firmungen. St. Pölten zum Beispiel hatte eigentlich empfohlen, die Feiern um ein Jahr - also bis ins nächste Frühjahr - zu verschieben, die Entscheidung liege aber bei den Pfarren. Gegen eine neuerliche Verschiebung hat man sich etwa in der Volksschule Sancta Christiana in Wiener Neustadt in Niederösterreich entschieden. An der katholischen Privatschule hat Religion einen hohen Stellenwert, dementsprechend groß war das Interesse, den Kindern die Erstkommunion doch noch in diesem Jahr zu ermöglichen. Eine Reportage von Mariella Kogler, die vor kurzem mit Mundschutz und Mikrofon dabei war.


3. Kirchenmusik: Singen mit Mundschutz

Die Corona-Pandemie hat in diesem Jahr das gesellschaftliche und kulturelle Leben massiv verändert. Die Kirchenmusik stellt einen speziellen Teil der Kunst- und Kulturszene dar, mit ihren vielen Chören im ganzen Land, getragen hauptsächlich von ehrenamtlichen Sängerinnen und Sängern. Generell zeigt man sich in der derzeit unsicheren Lage froh, dass man überhaupt proben und auftreten darf, nach dem Lockdown im Frühjahr und dem Ausfall von Gottesdiensten, Orchestermessen und Konzerten. Doch die Einschränkungen sind auch hier zum Teil enorm: Abstandsregeln, Mundnasenschutz - teils auch beim Singen - all das wird in Kauf genommen, damit es musikalisch überhaupt weitergeht. Schwierig und unsicher ist die Lage vor allem auch für Sänger und Musiker, die freiberuflich tätig sind, oder zumindest einen Teil ihres Einkommens so verdienen. Andreas Mittendorfer hat sich im Bereich der katholischen Kirchenmusiklandschaft umgesehen und vor allem umgehört.

Service

Praxis 9.9.2020: An Bord der Sea-Watch 4
Sea-Watch 4
Evangelische Kirche in Deutschland
Caritas Wien
Ärzte ohne Grenzen
Sta. Christiana Wiener Neustadt
Verschärfte Regeln: Gottesdienste Ausnahme
Österreichische Bischofskonferenz
Erzdiözese Wien: Digitale Kirche: Firm- und Erstkommunionvorbereitung teils online
Erzdiözese Wien: Pfarren in kreativem Großeinsatz
Diözese St. Pölten
Singende Kirche - Portal der katholischen Kirchenmusik in Österreich
Konservatorium für Kirchenmusik
churches online in times of corona: Digitalisierung in der Kirche
Orientierung

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